Neuer Markt: Klagewelle rollt an - DER SPIEGEL
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Neuer Markt Klagewelle rollt an

Aktionäre von Infomatec haben eine Klage wegen falscher Ad-hoc-Meldungen eingereicht. Sollten sie Erfolg haben, müssen weitere Unternehmen mit Prozessen rechnen.
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Augsburg - Infomatec habe in vier Ad-hoc-Meldungen Aufträge über insgesamt 163 Millionen Mark gemeldet, die es in dieser Höhe nicht gegeben habe, erklärte die Münchener Anwaltskanzlei Rotter. Daraufhin hätten viele Anleger Infomatec-Aktien gekauft, der Kurs sei in die Höhe geschossen. Als die Ad-hoc-Meldungen im August richtig gestellt wurden, brach der Kurs ein. Die Aktionäre fordern in den nun eingereichten Klagen Schadenersatz für ihre Kursverluste.

Ein Musterprozess soll nun klären, ob das Unternehmen und seine beiden in Untersuchungshaft sitzenden ehemaligen Vorstände Gerhard Harlos und Alexander Häfele wegen falscher Ad-Hoc-Meldungen auch zivilrechtlich belangt werden können.

Gegen Harlos und Häfele läuft bereits ein Strafverfahren. Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft ihnen Insiderhandel und Kursbetrug vor. Sie sollen durch Vorspiegelung einer geschönten Lage mit dem Verkauf eigener Aktien insgesamt 56 Millionen Mark verdient haben.

Bei einem Erfolg der zivilrechtlichen Musterklage sei mit weiteren Klagen gegen Neue-Markt-Unternehmen und deren Vorstände zu rechnen, kündigten die Anwälte an. Sie nannten dabei die Unternehmen Met@box, Teles und EM.TV.