Neuer Markt: Manager nutzen Insider-Wissen - DER SPIEGEL
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Neuer Markt Manager nutzen Insider-Wissen

Der Neue Markt wird sein Zockerimage nicht los. Noch immer nutzen Manager offenbar ihre Insider-Kenntnisse aus, um sich zu bereichern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Auch die seit März bestehende Regel, nach der Manager und Aufsichtsräte den Kauf und Verkauf von Aktien des eigenen Unternehmens melden müssen, hat offenbar wenig zur Beseitigung der Missstände beitragen. Wie eine Untersuchung der "Welt" zeigt, liegt bei vielen Aktiengeschäften sogar der Verdacht des Insiderhandels nahe.

In der Regel verliefen die Geschäfte nach dem gleichen Strickmuster: Wenige Tage bevor das jeweilige Unternehmen eine gute Nachricht herausgibt, deckten sich die Verantwortlichen mit Papieren ein, umgekehrt würden im Vorfeld schlechter Nachrichten Verkaufsorders erteilt, so die "Welt".

Das Verhalten vieler Vorstände halten auch viele Analysten für einen Skandal, das dem Image des gesamten Marktes schadet. "Das ist Aktienkultur zum Abwinken", erklärt Björn Kirchner von der französischen BNP Paribas.

Besonders dreist ging es nach der Untersuchung beim Telematikanbieter CAA zu. Noch am 30. Januar hatte das Unternehmen gemeldet, die Planzahlen für das Geschäftsjahr 2000 übertroffen zu haben. Nach einem kurzen Ausschlag nach oben pendelte der Kurs sich daraufhin um 30 Euro ein. Am 12. März verkauften die Vorstandsmitglieder Gabriele Müller und Hans-Peter Schmidt jeweils 7500 Aktien zu rund 28 Euro.

Beim heutigen Kurs der CAA-Aktie würden die Vorstände rund 180.000 Euro weniger erlösen. Denn in der Zwischenzeit musste CAA ihre Zahlen für 2000 drastisch nach unten korrigieren. Das Papier dümpelt seitdem bei 2,70 Euro.

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) sieht bislang jedoch noch keinen Anlass, den Handel zu unterbinden. "Selbst wenn Vorstände drei Tage vor den Zahlen Aktien kaufen oder verkaufen, ist das nicht automatisch Insiderhandel", erklärte BAWe-Sprecherin Regina Nößner. In den USA existieren bereits strengere Regeln. Dort dürfen Manager zwanzig Tage vor und nach der Veröffentlichung von Zahlen keine Papiere kaufen oder verkaufen.