Neuer Markt Nasdaq-Eröffnung entscheidet über Marschrichtung
Frankfurt am Main - Sollte die US-Technologiebörse den dritten Tag in Folge massive Einbußen verzeichnen, so könnten zum Wochenbeginn in Deutschland die ersten Panikverkäufe einsetzen, schätzt Wolfgang Pflüger, Aktienstratege der Berenberg Bank. Dann werde sich Dauer als auch Umfang der Schwächeperide ausdehnen. "Bislang muss man die Abschläge in Relation sehen. Wenn ein Marktsegment wie der Neue Markt seit Oktober des vergangenen Jahres 150 Prozent zulegt, dann sind die Verluste von acht beziehungsweise fünf Prozent kein Grund zur Sorge", sagt Pflüger. Und falls die Nasdaq drehe, dann sehe der Himmel am Neuen Markt am Montag wieder freundlich aus.
Pflüger kann keine Trendwende zu der so genannten "Old Economy" ausmachen. Diese Standardwerte hätten sich zwar vorsichtiger im Hinblick auf steigende Zinsen entwickelt, während die Wachstumswerte die höheren Leitsätze vollkommen ignoriert hätten. Aber die Musik dürfte nach einer Korrektur weiterhin in den Wachstumswerten spielen.
Charttechnische Analysten halten den Wechsel aus Technologie-Aktien in so genannte Standardwerte nur für einen kurzfristigen Trend. "Das ist nur ein nettes Zwischenspiel", so Klaus Tafferner, technischer Analyst bei Concord Effecten. Die traditionellen Blus-Chips könnten schnell wieder unter Druck geraten. Tafferner begründet den Trend mit drei Korrekturphasen, die er auf die weltweiten Aktienmärkte zukommen sieht.
In der ersten Phase, die möglicherweise bereits abgeschlossen oder kurz vor dem Ende sei, hätten aggressive Gewinnmitnahmen die bisherigen Favoriten aus dem Technologie-Bereich gedrückt. In der Phase zwei könnten sich diese aber möglicherweise deutlich erholen, prophezeit er.
Dann sei es durchaus möglich, dass der Dax bis zur Marke von 7800 Punkten laufen könnte. Die Nasdaq werde den Bereich um 4700 ansteuern, so der Analyst. In der Phase drei der Korrektur würden vermutlich irgendwann in den kommenden drei Wochen die chart-technisch wichtigen Unterstützungen von 7411 Punkten im Dax und 4291 im Nasdaq nach unten durchbrochen. Dann könne es im dax bis auf 6400 Zähler und bei der Nasdaq bis auf 3750 Punkte runter gehen.