Neuer Markt: Optimismus angesagt - DER SPIEGEL
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Neuer Markt Optimismus angesagt

Aus dem Gröbsten raus scheint inzwischen der Neue Markt zu sein. Analysten äußern sich vorwiegend positiv zu den weiteren Aussichten der Wachstumsbörse.
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Frankfurt am Main - "Ausgehend von der Nasdaq bestehen gute Chancen, dass sich die Situation am Neuen Markt zunehmend verbessert", sagte der Generalbevollmächtigte der DG Bank, Rolf Michael Betz. Das einst übertriebene Bewertungsniveau am Wachstumssegment habe ein zunehmend attraktives und vernünftiges Niveau erreicht. Zwar sei die Stimmung noch "sehr lau", es gebe aber Punkte, die optimistisch stimmten, sagte Betz.

Die 50 größten Werte am Neuen Markt notierten zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent im Plus. Gegen Abend hielten sie sich noch stabil bei plus fünf Prozent. Evotec legten am Donnerstag überproportional um 18,1 Prozent auf 18,40 Euro zu. Zweistellige Zuwächse verbuchten auch ACG, ADVA, Mobilcom und IM International. Außer Brokat und Comroad mussten dagegen im Nemax 50 nur noch fünf andere Werte Abschläge hinnehmen.

Der alle Werte des Neuen Marktes umfassende All-Share-Index gewann am Donnerstagnachmittag mehr als drei Prozent auf 1862 Punkte, stand damit aber immer noch über 75 Prozent unter dem Allzeithoch vom März vergangenen Jahres. Betz zufolge wertet die geringe Anzahl an Neuemission in diesem Jahr als entlastend für den Markt. Bis Ende April gingen in diesem Jahr neun Unternehmen an Börsensegmente in Deutschland, davon sechs an den Neuen Markt. Im Vorjahr hatten zur gleichen Zeit mehr als 50 Unternehmen den Schritt an den Kapitalmarkt gewagt.

Die überdurchschnittlich hohe Liquidität der Fonds biete zudem entsprechendes Potenzial, sagte Betz. Auch wenn der Neue Markt sicherlich weiter mit Selektionsproblemen zu kämpfen habe, vom konjunkturellen Umfeld und Gewinnrevisionen geprägt sei, seien die schlechten Nachrichten bereits weitgehend in die Kurse eingepreist. "Per Jahresende betrachtet besteht durchaus Anlass zum Optimismus", sagte Betz.

Dirk Schaper, Vorstandsvorsitzender des Wertpapierhandelshauses Concord Effekten AG, sagte, am Neuen Markt werde es sicherlich wieder bessere Kurse geben. Wann, könne man allerdings noch nicht sagen. Auch eine Indexprognose für das Jahresende sei schwer zu erstellen.

Die konjunkturellen Aussichten seien negativ zu sehen. Auch werde das Wachstumssegment weiterhin von hoher Volatilität geprägt sein. Kurzfristig erwartet Schaper aber deutlich höhere Kurse. Die konjunkturelle Schwäche werde jedoch dazu führen, dass diese wieder zurückgehen dürften.

Klaus-Dieter Scheurle, Mitglied der Geschäftsleitung bei Credit Suisse First Boston, sagte, neben dem Neuen Markt gebe es für Wachstumsunternehmen nicht ausreichend Möglichkeiten, sich am Kapitalmarkt Geld zu beschaffen. Der Neue Markt sei daher als Institution "absolut positiv" zu sehen. Die irrationale Überbewertung sei inzwischen abgebaut, so dass gegen Ende des Jahres klar bessere Indizes zu erwarten seien.

Die Anleger hätten derzeit aber noch zu wenig Vertrauen in den Neuen Markt. Es sei Aufgabe der Unternehmen, der Emissionsbanken und der Börse, dieses Vertrauen wiederherzustellen. Die zunehmende Transparenz am Neuen Markt sei sicherlich positiv, vor einer Überregulation sei allerdings zu warnen, sagte sein Kollege Schaper. "Transparenz ja. Der Neue Markt wird aber bereits gut von der Börse reguliert."

Betz zufolge ist der entscheidende Faktor, dass konkrete, positive Nachrichten von markführenden Unternehmen kommen. Was die Zukunft betreffe, sei die Börse nachhaltig von Erwartungshaltungen geprägt. "Positive Unternehmensnachrichten können den Markt deutlich voranbringen", sagte Betz.