Neuer Markt: Zockerwerte fliegen raus - DER SPIEGEL
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Neuer Markt Zockerwerte fliegen raus

Späte Reaktion: Nachdem am Neuen Markt bereits die Zocker ihr Unwesen treiben, will die Deutsche Börse nun das Regelwerk verschärfen. Zahlreichen Unternehmen droht das Aus.
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Hamburg/Frankfurt - "Wir erhoffen uns von den neuen Regeln, dass Werte mit einem geringen Börsenwert, die für Zocker zum Spielball geworden sind, dann nicht mehr am Markt sind", sagte ein Sprecher. Eine neue Delisting-Regel helfe sicherlich, das Vertrauen in den Neuen Markt zu stärken, könne aber nicht allein daran fest gemacht werden.

Aktionärsschützer hatten in der Vergangenheit immer wieder schärfere Regeln für den Neuen Markt und den Ausschluss von so genannten Pennystocks gefordert. "Es ist unser ureigenstes Interesse, den Neuen Markt so zu gestalten, dass er sowohl für die Investoren als auch die Emittenten hochattraktiv ist", sagte der Sprecher.

Spekulationen, dass Aktien, die über einen bestimmten Zeitraum unter einem Euro notierten, von dem Wachstumsmarkt ausgeschlossen würden, wollte der Sprecher nicht bestätigen. "Wir denken an ein Delisting für Aktien, die einen geringen Börsenwert haben oder eine bestimmte Marktkapitalisierung unterschreiten. Wir werden das präzisieren, wenn wir den letzten Schritt der Abstimmung mit den Marktteilnehmern getan haben", erklärte der Sprecher weiter.

Die Börse in Frankfurt könne derzeit weder Angaben über den Börsenwert machen, der zu einem möglichen Ausschluss von Unternehmen am Neuen Markt führt. Noch wollte der Sprecher eine Schätzung darüber abgeben, wie viele Unternehmen von der Regelung betroffen sein werden. Die Delisting-Regeln sollten aber auch für insolvente Unternehmen überarbeitet werden.

Analysten hatten zur Krise des Neuen Marktes unlängst ausgeführt, dass der Nemax 50 von seiner Bedeutung her "kein Nemax 50 mehr, sondern vielleicht ein Nemax 10 oder 20", sei.

Lutz Reiche, manager-magazin.de