Neuer Partner: China baut am Airbus 380 mit - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Neuer Partner China baut am Airbus 380 mit

Ein chinesisches Unternehmen darf die Flügel des neuen Großraum-Airbus A 380 bauen. Im Kampf gegen Boeing will Airbus sich so den Wachstumsmarkt China sichern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Der europäische Flugzeughersteller Airbus unterzeichnete am Samstag eine Vereinbarung mit dem chinesischen Unternehmen AVIC 1, das die Flügelteile des neuen, großen Airbus 380 herstellen wird.

Airbus-Präsident Noel Forgeard, der den französischen Staatspräsident Jacques Chirac auf dessen China-Reise begleitet, erhielt außerdem Aufträge für die Lieferung von 26 Maschinen an chinesische Fluggesellschaften.

Die Fluggesellschaft China Eastern kaufte 20 Airbus A330-300, während Air China sechs A319 bestellte, die vor allem auf Flügen nach Tibet eingesetzt werden sollen. Der offizielle Auftragswert dürfte bei zwei Milliarden Euro liegen. Forgeard sprach von einem "neuen Meilenstein".

Die Einbindung Chinas in den Bau des Prestigeflugzeugs A 380 lässt auf zusätzliche Aufträge für den Kauf der Maschine mit 555 Sitzen hoffen. Seit 1995 ist die Airbusflotte in China, Hongkong und Macao bereits von 29 Flugzeugen auf mehr als 250 gewachsen.

Auch andere französische Unternehmen unterzeichneten Milliardenverträge. Der angeschlagene Industriekonzern Alstom darf Lokomotiven und Züge im Wert von einer Milliarde Euro bauen. Der Ölkonzern Total gründet ein Joint Venture zum Aufbau einer Tankstellenkette in China. Das Versorgungsunternehmen Suez baut ein Wasseraufbereitungswerk in der Hafenstadt Qingdao.

Chirac will mit seinem fünftägigen Besuch der wirtschaftlichen Kooperation seines Landes mit dem rasant wachsenden China neuen Schub verleihen, da Frankreichs Anteil an den europäischen Exporten in das Reich der Mitte erkennbar zurückgegangen ist. Nach Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden ist Frankreich nur der viertgrößte Handelspartner Chinas in Europa.

Der französische Präsident wirbt in Peking auch für den Einsatz des Hochgeschwindigkeitszuges TGV auf der lukrativen Langstrecke zwischen Peking und Schanghai.