Neuer Plan für Kirch - DER SPIEGEL
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TV-KONZERNE Neuer Plan für Kirch

• aus DER SPIEGEL 35/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Kirch-Insolvenzmanager Hans-Joachim Ziems und Wolfgang van Betteray haben einen neuen Geheimplan für das Bieterverfahren um KirchMedia entwickelt. Anders als bislang unter dem Arbeitstitel »KirchMedia 2.0« geplant, wollen sie potenziellen Investoren nun alternativ den direkten Einstieg in die börsennotierte Senderfamilie ProSiebenSat.1 Media AG (ProSieben, Sat.1, Kabel 1, N24) anbieten. An dem werthaltigsten und begehrtesten Relikt des Kirch-Imperiums hält die insolvente KirchMedia mit 52,5 Prozent noch die Mehrheit. Diese Anteile, so das streng vertrauliche Modell, das den Interessenten erst in dieser Woche vorgestellt werden soll, könnte ein Investor zunächst übernehmen, um später über eine Kapitalerhöhung wichtige Teile der KirchMedia wie die Filmbibliothek, die Bereiche Produktion und Technik und eventuell auch den Sportrechte-Bereich hinzuzukaufen. Dach des Gesamtkonzerns wäre eine ProSiebenSat.1-Holding und nicht, wie bislang vorgesehen, eine entschlackte Version der KirchMedia. Einem Insider zufolge könnte man mit diesem Modell vor allem dem »erheblichen Misstrauen der Kapitalmärkte begegnen«, die fürchten, dass auch in einer neuen Konstellation beim Rechtehändler KirchMedia Gewinne abgeschöpft werden, die aus Geschäften mit der eigenen Tochter ProSieben entstehen. Wenn der Filmhandel nur noch eine Tochter einer neuen ProSiebenSat.1-Holding sei, blieben die Gewinne »garantiert in der Familie«. Zudem handle es sich bei diesem Modell, bei dem der neue Mehrheitsaktionär der börsennotierten ProSiebenSat.1 Werte der alten Kirch-Kernfirma aufkauft, »um nichts anderes als einen schnell realisierbaren Börsengang der KirchMedia durch die Hintertür«.

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