Neues Angebot Billig-Wohnen im Ikea-Haus
Hamburg - Der typische Ikea-Schlüssel, den Kunden sonst zum Zusammenschrauben ihrer Möbel brauchen, wird bei diesem Projekt nicht nötig sein: Die Häuser von Ikea sind schon fertig gebaut, wenn die Bewohner einziehen. Aus einem Holzrahmen sollen die neuen Heime sein - inklusive Doppelverglasung und - wenn man mag - auch mit einer Ikea-Küche.
Schon länger bietet Ikea in Kooperation mit dem Baukonzern Skanska in Skandinavien die sogenannten "BoKlok"-Häuser an. Übersetzt heißt "BoKlok" soviel wie "klug wohnen". Nun will das schwedische Möbelhaus das Geschäftsmodell mit der Immobilienfirma "Live Smart @ Home" auch auf Großbritannien übertragen. Das Risiko schätzen die Konzernstrategen als gering ein. Auf der Insel herrscht chronischer Wohnungsmangel.
In Großbritannien soll bald eine Apartment-Anlage im "BoKlok"-Stil entstehen. Die Wohnungen werden umgerechnet zwischen knapp 150.000 und 222.000 Euro kosten, von der Miniversion mit 46 Quadratmetern bis hin zur geräumigeren Variante mit bis zu 81 Quadratmetern. Zumindest auf dem angespannten britischen Wohnungsmarkt mögen sie damit noch als Schnäppchen durchgehen. Die Hersteller rechnen jedenfalls mit einer hohen Nachfrage, nachdem die Billig-Häuser schon in skandinavischen Ländern gut verkauft wurden - in Schweden sollen es pro Jahr etwa 800 Häuser sein.
Deutsche Kunden werden aber wohl so schnell nicht in den Genuss der Leichtbauweise-Immobilien kommen. "Das gibt es in Großbritannien und Schweden", sagte eine Ikea-Sprecherin zu SPIEGEL ONLINE. Für Deutschland habe Ikea derzeit "keine Pläne". Warum das Fertighauskonzept hierzulande nicht im Angebot ist, wollte die Sprecherin nicht sagen.
In England hingegen sollen die Heime im kommenden Jahre im gesamten Land verfügbar sein. Ziel sei, preiswerte Immobilien an Leute mit niedrigem Einkommen zu verkaufen, sagte ein Manager von Live Smart @ Home dem "Guardian". Zielgruppe: Haushalte mit einem Einkommen von 15.000 bis 35.000 Pfund pro Jahr. Sie sollen entweder kaufen oder die Immobilie mieten können.
Wert legt der Möbelkonzern auf die Feststellung, dass man die Fertighäuser zwar über eine britische Ikea-Filiale vermarkten will. Direkt mitnehmen - wie das sonst bei Ikea-Produkten üblich ist - könnten die Kunden die Eigenheime aber nicht.
tim