Neues Geschäftsmodell: Dell verkauft Computer bei Wal-Mart - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Neues Geschäftsmodell Dell verkauft Computer bei Wal-Mart

Der PC-Hersteller Dell bricht mit seinem klassischen Geschäftsmodell: Das Unternehmen verkauft seine Computer demnächst auch über den Einzelhandelskonzern Wal-Mart. Bisher kannte Dell nur zwei Vertriebswege: Internet und Telefon.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Boston - Ab dem 10. Juni werde man Computer in den 3000 nordamerikanischen Wal-Mart-Filialen anbieten, erklärte ein Dell-Sprecher. Er sagte weitere Maßnahmen dieser Art voraus. "Die heutige Ankündigung mit Wal-Mart   ist nur der erste Schritt."

Der US-Konzern verkauft seine Produkte seit mehr als 20 Jahren nur direkt an die Kunden, entweder per Internet oder per Telefon. Das Unternehmen begründete dies stets damit, unnötige Kosten vermeiden und nah im Kontakt mit seinen Kunden sein zu wollen. Doch der harte Kampf um Marktanteile zwang Dell   nun zu einer Kehrtwende. Neben dem neuen Vertriebsweg soll der Direktvertrieb aber beibehalten werden.

Dell hat seinen Sitz in Round Rock in Texas. Zuletzt hat das Unternehmen seine Position als größter PC-Hersteller der Welt an Hewlett-Packard   verloren. Der Konkurrent verkauft seine Computer bei Einzelhändlern wie CompUSA oder Circuit City. Auch Apple   hat eine Kette von 170 eigenen Läden aufgebaut.

Analysten und Investoren fordern seit Jahren von Dell, ebenfalls diesen Weg zu gehen. Dell-Aktien lagen heute nach der Ankündigung knapp mit 0,1 Prozent im Plus.

wal/Reuters