Neues Werk BMW goes Leipzig
Neben Leipzig waren vier weitere Standorte in der engeren Wahl des bayerischen Autobauers: Schwerin, Augsburg, Kollin (Tschechien) und Arras (Frankreich). Für Leipzig sprachen vor allem die Fördermittel. Auch Schwerin hatte nach Informationen aus dem Aufsichtsrat gute Karten. Als entscheidender Nachteil im Vergleich mit Leipzig sahen Beobachter die größere Entfernung zu den bestehenden Werken in Bayern.
Die IG Metall hat die Ansiedlung von BMW in Leipzig als gut für Sachsen und ganz Ostdeutschland begrüßt. Das sagte der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Hasso Düvel, am Mittwoch in Berlin in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung des Autokonzerns. Nachdem bereits Volkswagen in Mosel, Chemnitz und Dresden sowie Porsche in Leipzig präsent seien, trage diese Entscheidung von BMW dazu bei, dass Sachsen endgültig als starker Standort der Automobilindustrie definiert werde.
Auch Staatsminister Rolf Schwanitz begrüßt die Entscheidung der BMW-Group, ihr neues Werk in Leipzig zu errichten. "BMW hat eine erstklassige Wahl getroffen. Das Unternehmen findet hier hochqualifizierte und -motivierte Arbeitskräfte, eine moderne Infrastruktur und sehr gute Investitionsförderbedingungen vor."
Die Entscheidung von BMW sei ein klares Signal für den Standort Ostdeutschland und werde zur Angleichung zwischen Ost und West beitragen. Das neue Werk bringe mittelfristig direkt und indirekt rund 10.000 neue Arbeitsplätze. Es werde ein neuer industrieller Kern entstehen.
Nach Angaben von BMW richtete sich die Entscheidung vor allem nach den Kriterien Arbeitskraftpotenzial, Infrastruktur, Anzahl der Zulieferer und der Beschaffenheit des Grundstücks. Am Ende werde die Stadt den Zuschlag erhalten, die auf der Checkliste die meisten Punkte erfüllt.
Doch nach Einschätzung von Beobachtern könnten weiche Faktoren den Ausschlag gegeben haben. IG-Metall-Chef Klaus Zwickel signalisierte bereits vor einigen Wochen, das Werk werde in Deutschland gebaut. Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) war lange vom Zuschlag für das strukturschwache Hof überzeugt. Doch die Franken schieden bereits in der Vorrunde aus. Auch Augsburg hatte wegen hoher Lohnkosten und Grundstückspreisen schlechte Karten.