New York: Terror-Schock vernichtet noch immer Arbeitsplätze - DER SPIEGEL
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New York Terror-Schock vernichtet noch immer Arbeitsplätze

Die Börsenkurse klettern, der Notenbank-Chef gibt sich optimistisch, und im Land insgesamt sinkt die Arbeitslosigkeit. In New York City aber werden ein halbes Jahr nach den Terroranschlägen immer noch mehr Arbeitsplätze vernichtet als geschaffen.
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New York - William C. Thomson hat sich daran gewöhnt, schlechte Nachrichten zu präsentieren. Der Chef des New Yorker Rechnungshofes legt Monat für Monat die Arbeitsmarkt-Bilanz für die Millionenstadt vor, die allein bei den Wertpapierhäusern der Wall Street seit September 16.000 Arbeitsplätze verloren hat.

Die neuesten Zahlen aber waren auch für Thomson überraschend schlecht. Die Stadt-Wirtschaft hat nämlich im Februar so viele Arbeitsplätze verloren wie seit Oktober nicht mehr, als der Terror-Schock voll auf den Job-Markt durchschlug: Zwar sind es "nur" 14.000 Stellen, die im Februar abgebaut wurden, die Arbeitslosenrate stieg damit geringfügig von 7,1 auf 7,2 Prozent.

Volkswirte hatten aber bereits auf eine leichte Erholung gehofft. "Alle haben gedacht, dass es im Februar eine sichtbare Besserung geben würde", sagte James Brown, Analyst des State Labor Department, der "New York Times". Außerdem schrumpft New Yorks Arbeitsmarkt damit gegen den nationalen Aufschwung-Trend. Nach Mitteilung des Department of Labor ist die Arbeitslosenrate in den USA insgesamt im Februar von 5,6 Prozent auf 5,5 Prozent gefallen.

Allein der Sektor "Business Services", der so verschiedene Felder wie Computer-Consultants, die Werbe-Wirtschaft und Zeitarbeit enthält, hat im Februar 4800 Stellen abgebaut, Wall Street strich 2300 Stellen. Vor allem in der Finanzwirtschaft, fürchten Experten, dürfte sich der Job-Schwund in den nächsten Monaten fortsetzen. Broker-Häuser bemühen sich weiterhin, ihr Geschäft künftig von mehreren Standorten aus zu lenken - und staatliche Förderprogramme haben bisher kaum geholfen, bereits abgewanderte Geldhäuser zurück nach Süd-Manhattan zu locken.

Unheilsprognostiker aber hatten im September und im Oktober noch weit höhere Arbeitslosenraten vorhergesagt. Verglichen mit den frühen neunziger und den siebziger Jahren, als die Arbeitslosenrate New Yorks zweistellig war, wirkt die Wirtschaft geradezu vital. Zudem mehren sich Zeichen der Hoffnung: Der New-York-Tourismus erholt sich dank besonderer Werbe-Offensiven allmählich, wenn sich auch Amerikaner leichter zurücklocken lassen als Asiaten und Europäer. Und eine zähe Politik der Leitzins-Senkungen zeigt auch in New York Erfolge: Die Baukonjunktur in der Stadt hat sich merklich belebt.