Nicole, 31, alleinerziehende Mutter "Ich heize fast nie"
"Erin und ich spüren die Energiekosten ganz gewaltig, inzwischen geht über die Hälfte meines Nettoeinkommens für Miete und Nebenkosten drauf. Meine Stromrechung von 2007 war deutlich höher als die vom vergangenen Jahr, meine Gasabschläge haben sich fast verdoppelt.
Mein Rezept dagegen: Ich heize fast nie, nur in Erins Zimmer. Wenn es kalt wird, ziehe ich mir lieber einen dicken Pullover und ein zweites Paar Socken an und lege mich ab und zu in die heiße Badewanne. Allerdings heizen meine Nachbarn unmäßig, selbst wenn draußen 20 Grad sind. Da die Heizkostenabrechnung zur Hälfte für das ganze Haus abgerechnet wird, schlägt das auch bei uns zu Buche.
Vor der Heizkostenabrechnung 2008 graut mir deshalb schon. Ich habe keinerlei Rücklagen, eine Nachzahlung könnte ich so ohne weiteres nicht bezahlen.
Einen richtigen Urlaub können Erin und ich uns seit Jahren nicht leisten. Der letzte war im Jahr 2003; in Dänemark. Allerdings besuchen wir ab und zu Erins Vater in England. Bei Lebensmitteln spare ich nicht, für Kleidung, CDs und Kino bleibt mir aber immer weniger Geld.
Ich bin entschieden gegen Kernkraft, meine Wohnung betreibe ich mit Ökostrom von Greenpeace Energy. Der ist zwar gut zwei Cent teurer als normaler Strom, aber dafür habe ich ein reines Gewissen.
Ich denke, wir alle könnten noch viel mehr für die Umwelt tun, ohne dass es uns selbst wirklich weh tut. Bei den ganzen Katastrophenmeldungen wird mir flau im Magen. Die Zahl der Naturkatastrophen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen - und das liegt nicht nur daran, dass seit der Klimadebatte stärker darüber berichtet wird.
Es ist Zeit, endlich die Notbremse zu ziehen."
Aufgezeichnet von Stefan Schultz