Nigeria: Sieben Tote bei Überfall auf Agip-Zentrale - DER SPIEGEL
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Nigeria Sieben Tote bei Überfall auf Agip-Zentrale

Nur einen Tag nach einem Angriff auf eine Agip-Ölförderanlage ist heute die Vertretung des italienischen Ölkonzerns im Süden Nigerias überfallen und ausgeraubt worden. Bei einem Gefecht mit Sicherheitskräften wurden dabei sieben Menschen getötet.
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Lagos - Um wen es sich bei den Opfern handelte, war zunächst unklar. Nach Angaben des italienischen Außenministeriums waren keine Italiener unter den Toten. Ein Agip-Mitarbeiter erklärte, die Räuber hätten unter anderem Geld gestohlen. Der Überfall ereignete sich in Port Harcourt im ölreichen Nigerdelta, wo zuletzt die Entführung von vier ausländischen Ölarbeitern für Unruhe gesorgt hatte.

Seit rund einem Monat haben die Angriffe auf die großen Konzerne, die in der Region Öl fördern, erheblich zugenommen. Hinter den Angriffen soll die "Bewegung für die Emanzipation des Nigerdeltas" stehen. Sie fordert die Freilassung des Milizenführers Mujahid Dokubo-Asari, der für eine größere örtliche Kontrolle des Ölreichtums eintritt, sowie des früheren Gouverneurs von Bayelsa, Diepreye Alamieyeseigha. Beide gehören zur Volksgruppe der Ijaw. Außerdem verlangt die Bewegung von Shell 1,5 Milliarden Dollar als Entschädigung für Umweltschäden.

Schon am 11. Januar haben die Rebellen vier Shell-Mitarbeiter von einem Ölfeld entführt. "Sie können sicher sein, dass die Geiseln nicht freigelassen werden", hieß es erst gestern in einer E-Mail der Kidnapper an die Nachrichtenagentur Reuters. Eher wollten die Aufständischen noch weitere Geiseln nehmen, hieß es. Gleichzeitig wiesen die Rebellen Berichte über einen angeblichen Vermittler zurück. Der Mann sei ein Kopfgeldjäger und habe nichts mit ihnen zu tun. Am Sonntag hatten die nigerianischen Behörden Hoffnung auf eine Freilassung keimen lassen, nachdem sie über einen Mittelsmann ein Foto der Entführten erhalten hatten. Die Person war als ein glaubwürdiger Vermittler eingeschätzt worden.