Nintendo: Satte Gewinne, Angst vor der Zukunft - DER SPIEGEL
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Nintendo Satte Gewinne, Angst vor der Zukunft

Für Gameboy-Erfinder Nintendo verlief das vergangene Geschäftsjahr außerordentlich erfolgreich. Doch die Japaner verlieren im Freudentaumel nicht den Sinn für die Realität. Schon jetzt stellen sie sich auf einen deutlich schärferen Wettbewerb ein.
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Tokio - Das Problem, mit dem Nintendo zu kämpfen hat, betrifft auch seine Konkurrenten: Die Märkte für Spielkonsolen sind weitgehend gesättigt. "Die ganze Branche befindet sich in einer schwierigen Lage", heißt es in der Mitteilung zur Jahresbilanz des Konzerns. Auch bei Software werde das Geschäft zunehmend schwieriger, heißt es in der Mitteilung weiter. "Die traditionelle Erfolgsformel, Videospiele durch neue Technik immer fantastischer und komplexer zu machen, stößt an ihre Grenzen."

Für das laufende Jahr rechnet Nintendo deshalb nur noch mit einem Nettogewinn von umgerechnet 554 Millionen Euro, was einem Rückgang von 14 Prozent entspricht. Der Umsatz soll um 0,9 Prozent auf 3,83 Milliarden Euro steigen. Um gegen die Konkurrenz zu bestehen, soll nun auch Software entwickelt werden, die auf neue Zielgruppen wie Frauen und Senioren zugeschnitten ist.

Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Marktführer bei tragbaren Videospielgeräten seinen Nettogewinn noch um 163 Prozent auf 645 Millionen Euro steigern - ein Ergebnis, zu dem allerdings auch kräftige Wechselkursgewinne beitrugen. Der Umsatz stagnierte bei 3,78 Milliarden Euro.

Erfolgreich verlief für Nintendo die Einführung der neuen Handkonsole DS mit Doppelbildschirm, die seit Ende 2004 in Japan und den USA auf dem Markt ist und seit März auch in Europa angeboten wird. Bis heute konnte Nintendo davon 5,2 Millionen Geräte verkaufen.

Konkurrent Sony, der mit der Playstation nun in den mobilen Bereich vorzudringen versucht, konnte von seiner PlayStationPortable bis Ende März 2,97 Millionen Exemplare verkaufen. Sie war gleichfalls Ende 2004 in Japan und im März in den Vereinigten Staaten in die Läden gekommen.

Nintendo hatte in diesem Monat auch eine neue Wohnzimmerkonsole mit dem Code-Namen "Revolution" angekündigt. Der Nachfolger des "GameCube" soll im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Das Unternehmen will damit den Geräten der nächsten Generation von Microsoft ("Xbox 360") und Sony ("PlayStation 3") Paroli bieten.

Aber auch in Sachen Software will Nintendo nachlegen - mit sensitiven funktionen. Dazu gehöre die Integration von Sprachkommandos und die Ansprache des Tastsinns, um auch alte Menschen und Frauen für Videospiele zu begeistern.

Einen Zeitpunkt, wann die neue Spiele-Generation und die dazu gehörende Hardware auf den Markt kommen soll, nannte Nintendo nicht. Im den herkömmlichen Disziplinen haben die Konkurrenten zunächst die Nase vorn. Microsofts XBox 360 wird schon vor Weihnachten in die Läden kommen, Sony zieht mit der Playstation 3 im Frühjahr 2006 nach.