Nokia: Billig-Handys drücken Gewinn - DER SPIEGEL
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Nokia Billig-Handys drücken Gewinn

Die Märkte in Industrieländern sind zunehmend gesättigt, so das Kalkül von Nokia: Der weltgrößte Handyhersteller hat deshalb sein Geschäft in Schwellenländern massiv ausgebaut. Das allerdings muss der Konzern nun mit sinkenden Gewinnen bezahlen.
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Helsinki- Die Regionalentwicklung im dritten Quartal spricht Bände. Europa blieb zwar mit 11,2 Prozent Zuwachs und damit 24,8 Millionen verkauften Handys die wichtigste Nokia-Region. Das stärkste Wachstum gab es aber in der Region Asien-Pazifik mit einem Plus von 65,9 Prozent auf 20,9 Millionen verkaufte Handys und in China, wo der Absatz um 62,4 Prozent auf 13,8 Millionen verkaufte Geräte stieg. Das Geschäft in den USA stagnierte bei 5,8 Millionen Geräten.

Nokia   will vor allem in Schwellenländern wachsen, weil die Märkte in Industrieländern zunehmend gesättigt sind. Das allerdings hat seinen Preis. Zwar konnten die Finnen den Quartalsumsatz um 20 Prozent auf 10,1 Milliarden Euros steigern, wie Nokia in Helsinki mitteilte. Außerdem verkaufte das Unternehmen im Jahresvergleich mit 88,5 Millionen Handys 33 Prozent mehr. Sogar im Vergleich zum zweiten Quartal war das ein Plus von 13 Prozent. Der Nokia-Marktanteil stieg damit auf 36 Prozent von 33 Prozent vor einem Jahr und 34 Prozent in den vorangegangenen drei Monaten.

Der Durchschnittspreis pro Handy sank aber von 102 Euro im Vorquartal auf 93 Euro. Der Vorsteuergewinn schrumpfte um vier Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Auch der Quartalsgewinn sank um vier Prozent auf 845 Millionen Euro. Die Aktie wurde um 4,5 Prozent auf 15,24 Euro gedrückt.

Im Jahr will Nokia 970 Millionen verkaufen

Vor allem bei klassischen Mobiltelefonen hatte Nokia ein Ertragsproblem. Der operative Quartalsgewinn der Sparte fiel um elf Prozent auf 779 Millionen Euro. Dies war aber auch die Folge einer Sonderbelastung von 128 Millionen Euro für den Umbau des CDMA-Geschäfts. Der Umsatz wuchs in dem Bereich unterdessen um 14 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro.

Bei Multimedia-Handys schaffte Nokia sogar ein Umsatzplus von 45 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis in diesem Bereich steigerte das Unternehmen um die Hälfte auf 366 Millionen. Bei der Netzwerkausrüstung legte der Umsatz um 16 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu, während das Ergebnis um 17 Prozent auf 131 Millionen Euro fiel.

Für das Jahr rechnet Nokia branchenweit mit dem Absatz von 970 Millionen Handys nach 795 Millionen 2005. Schnell wächst das Segment der Smartphones, die Funktionen von Handy und Mini-Computer vereinen. Von ihnen seien im dritten Quartal branchenweit 19,9 Millionen abgesetzt worden, nach 14 Millionen vor einem Jahr, teilte Nokia mit. Auf Nokia entfielen davon 10,4 Millionen Geräte nach 7,1 Millionen im dritten Quartal 2005, hieß es. In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Nokia-Umsatz um 23 Prozent auf 29,4 Milliarden Euro. Der Gewinn legte um 19,2 Prozent auf 3,03 Milliarden Euro zu.

Die Nokia-Verfolger Motorola und Sony Ericsson wiesen im dritten Quartal ebenfalls hohe Wachstumsraten auf und erhöhten ihren Absatz auf 53,7 Millionen und 19,8 Millionen Handys. Kräftig zulegen konnte auch der südkoreanische Rivale Samsung, der im dritten Quartal mit 30,7 Millionen Geräten so viele Handys wie nie zuvor verkaufte.

ase/dpa

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