Nokia Kalte Zeiten in Helsinki
Helsinki - Die schlechten Nachrichten aus den vergangenen Wochen und Monaten haben sie fast schon geschluckt. Nun warten Analysten mit Spannung auf die Prognosen, die Ollila abgeben wird, wenn Nokia am frühen Donnerstagnachmittag seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2001 vorlegt. "Das erste Quartal wird für Nokia das schwierigste im laufenden Jahr", glaubt Jussi Hyoety, Analyst der finnischen FIM Securities.
Nokia wird nach Ansicht der Analysten einen deutlichen Gewinnrückgang melden. Im Wesentlichen sollten die Zahlen mit den Prognosen Nokias vom 11. Dezember übereinstimmen - insofern hoffen Analysten, dass es keine größeren unangenehmen Überraschungen gibt. So soll der Vorsteuergewinn von 1,77 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,415 bis 1,464 Milliarden Euro zurückgehen. Dies entspräche einem Ergebnis pro Aktie von 0,21 Euro nach 0,26 Euro im Jahr 2000.
Noch Weihnachts-Handys auf Halde?
Rückläufig wird nach Expertenansicht auch der Umsatz sein. Er soll zwischen 8,5 und 8,7 Milliarden Euro liegen, nach 9,28 Milliarden Euro im Vorjahr. Evli Securities aus Helsinki rechnet damit, dass von den aktuellen Erlösen rund 6,5 Milliarden Euro auf die Mobiltelefone entfallen. Der Geschäftsbereich Telekom Networks wird nach Berechnungen der Analysten mit 1,86 Milliarden Euro zum Umsatz beitragen. Dabei soll der operative Gewinn 218 Millionen Euro betragen. Im Geschäft mit Mobiltelefonen und Zubehör rechnen die Analysten mit einem operativen Gewinn von 1,33 Milliarden Euro.
"Es wäre möglich, dass die Händler noch Bestände aus dem Weihnachtsgeschäft auf Lager haben. Das könnte Probleme während des ersten Quartals geben, aber Genaues wissen wir nicht", sagte FIM-Analyst Hyoety. Es gebe einige Hinweise darauf, dass das Handy-Weihnachtsgeschäft nicht so gut gelaufen ist, wie die Börse gehofft hatte, ergänzte Karri Rinta, Analyst der Evli Securities. Nokia habe die Telefone und das Zubehör zwar an den Handel geliefert, "aber es kann sein, dass einige nicht an den Anwender verkauft wurden", sagte Rinta. Allerdings sei dies normal, und bis Ende März sollten die Bestände aufgebraucht sein.