Not-Ehe: Süd-Landesbanken planen Fusion - DER SPIEGEL
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Not-Ehe Süd-Landesbanken planen Fusion

Fusionspoker in der Landesbanken-Branche: Eigentümer der BayernLB und der LBBW aus Baden-Württemberg sprechen über einen Zusammenschluss. Vor allem das bayerische Institut geriet in Folge der Finanzkrise in schwere Turbulenzen.
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München/Frankfurt am Main - Die Finanzkrise trifft in Deutschland vor allem die Landesbanken hart. Entsprechend steigt in der Branche offenbar die Bereitschaft, durch Zusammenschlüsse das eigene Überleben zu sichern. Laut Berichten der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) und der "WirtschaftsWoche" loten einige Eigentümer der Bayerischen Landesbank BayernLB und der Landesbank Baden-Württemberg LBBW die Chancen für eine Fusion aus.

"Die Sparkassenverbände beider Bundesländer reden seit einiger Zeit über eine mögliche Zusammenführung", sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Verbandes. "Es ist noch eine Phase des Abtastens. Das sind weder Verhandlungen noch Fusionsgespräche." Die BayernLB kündigte an, sich in der Debatte weiterhin alle Optionen von einer Finanzbeteiligung bis hin zu einer Fusion offenzuhalten.

Der Sprecher des baden-württembergischen Sparkassenverbandes sagte, Ziel der Gespräche sei herauszufinden, wie aus Sicht der Sparkassen ein möglicher Zusammenschluss aussehen könnte. Details wollte er nicht nennen. Bis spätestens Ende des Jahres solle aber feststehen, ob es Sinn ergebe, offizielle Gespräche aufzunehmen. Hauptanteilseigner der Bank sind neben dem Sparkassenverband das Land Baden-Württemberg.

Die LBBW selbst wollte die Berichte nicht kommentieren. Ein Sprecher verwies lediglich auf ein Interview von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) in den "Stuttgarter Nachrichten" vom Samstag. Der Regierungschef hatte darin betont, dass es derzeit keine Verhandlungen mit einer anderen öffentlich-rechtlichen Bank gebe. "Ob es zu Verhandlungen des Freistaates Bayern mit dem Land Baden-Württemberg kommt, wird man erst nach der Regierungsbildung in Bayern sehen", so Oettinger.

Die Diskussion über eine Fusion von LBBW und BayernLB hatte in den vergangenen Monaten angesichts der Turbulenzen durch die internationale Finanzkrise an Dynamik gewonnen. Die BayernLB sieht sich wegen der Krise mit Ausfallrisiken in Milliardenhöhe konfrontiert. Freistaat und Sparkassen als Eigentümer hatten deswegen eine Bürgschaft über bis zu 4,8 Milliarden Euro abgegeben.

Auch am Branchenprimus LBBW ging die Finanzkrise nicht spurlos vorüber. Das Institut erwartet nach dem Zusammenbruch der US- Investmentbank Lehman Brothers Ergebnisbelastungen in niedriger dreistelliger Millionenhöhe. Ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr hat die Bank angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten zurückgezogen, aber noch keinen neuen Zielwert für 2008 genannt. Die LBBW hatte noch im August für 2008 wie im Vorjahr einen Überschuss von rund 300 Millionen Euro angepeilt.

Die deutschen Landesbankenstehen wegen ihrer teils hochriskanten Geschäfte und den daraus folgenden Verlusten insgesamt in der Kritik. Ursprünglich gegründet, um die Bundesländer bei ihrer Wirtschafts- und Strukturpolitik zu unterstützen, stehen sie seit 2005 auf einer Stufe mit den privaten Banken, weil die EU staatliche Garantien für die Landesbanken damals für unzulässig erklärte.

suc/dpa-AFX/AFP/dpa