Notenbank: EZB lässt Leitzins unverändert - DER SPIEGEL
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Notenbank EZB lässt Leitzins unverändert

Angesichts der sich abkühlenden Konjunktur hält sich die Europäische Zentralbank mit Aktionismus zurück. Eine Anpassung des Leitzinses wird es nicht geben. Experten erwarten, dass die Notenbanker das aktuelle Niveau bis Ende des Jahres halten wollen.
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Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet unverändert belassen. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld bleibe bei 4,25 Prozent, erklärte die EZB nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt.

Zuletzt hatte die Zentralbank den Leitzins am 3. Juli angesichts einer erhöhten Inflationsgefahr um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent nach oben korrigiert. Seitdem haben sich jedoch die Konjunkturaussichten für die Euro-Zone merklich eingetrübt, und auch der Ölpreis ist kräftig gefallen.

Ökonomen hatten erwartet, dass es nun keine neue Zinsrunde gibt. Einige Konjunkturexperten hatten die Zentralbank wegen der vorherigen Erhöhung dagegen kritisiert. Der für den Euro-Raum zuständige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, sagte der "Frankfurter Rundschau", die Zinserhöhung sei angesichts der sich abkühlenden Konjunktur ein Fehler gewesen.

"Die EZB hat die Wachstumskräfte überschätzt und die Finanzkrise sowie den Ölpreisschock unterschätzt", sagte Mayer. "Der Höhepunkt der Inflation ist überschritten. Von nun an geht es bergab." Mayer erwartet, dass die Inflationsrate schon im kommenden Jahr wieder dem EZB-Ziel von unter zwei Prozent entsprechen wird.

Ökonomen rechnen damit, dass die EZB das derzeitige Zinsniveau bis Ende dieses Jahres beibehalten wird. 2009 wird dann von sinkenden Zinsen ausgegangen, weil sich die Aussichten für das Wirtschaftswachstum eingetrübt haben. Niedrigere Zinsen verbilligen Kredite für Unternehmen und Verbraucher und können somit Investitionen und den privaten Konsum anschieben.

suc/dpa-AFX/AP/dpa

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