NS-Zwangsarbeiter: Erste Entschädigungen im Sommer - DER SPIEGEL
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NS-Zwangsarbeiter Erste Entschädigungen im Sommer

Ehemalige NS-Zwangsarbeiter sollen im Sommer erste Zahlungen aus dem Entschädigungsfonds erhalten. Aus der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft hieß es, Verzögerungen durch das Gesetzgebungsverfahren oder die formale Stiftungsgründung werde es nicht geben. "Notfalls zahlen wir Teilbeträge an besonders bedürftige Opfer in bar aus."
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Frankfurt/Main - Der Sprecher der Initiative, Gibowski äußerte sich in der `Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" optimistisch, dass der zugesagte Betrag von fünf Milliarden Mark bis zum Sommer beisammen sei. Bislang haben die Unternehmen erst knapp zwei Milliarden Mark beigesteuert. Die Bundesregierung will fünf Milliarden Mark in den Fonds einzahlen.

Das Präsidiumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, forderte die Wirtschaft zu stärkerem Engagement auf. "Wir hoffen, dass viele Firmen, die an Zwangsarbeitern verdient haben, sich endlich zu ihrer moralischen Verantwortung bekennen", sagte der Kandidat für das Amt des Zentralratspräsidenten am Samstag im Sender "Berlin Aktuell". Spiegel forderte auch eine rasche Auszahlung der Entschädigungen.

Der Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte verlangte Druck von der Politik. Verbandsgeschäftsführer Lothar Evers sagte im Deutschlandradio: "Ein deutliches Wort des Bundeskanzlers und der Politik generell an die Partner aus der Firmeninitiative, sich die nächsten Monate nicht weiter als sterbenden Schwan und das eigentliche Opfer zu gerieren, wäre schon angebracht."

Mit Blick auf die fehlenden drei Milliarden Mark sagte Evers im Deutschlandradio: "Irgendetwas stimmt bei dieser Stiftungsgesellschaft nicht." Die Zahl von zwei Milliarden Mark "hören wir jetzt, seit das erste Angebot der Stiftung vor gut vier oder fünf Monaten in Washington auf dem Tisch liegt. In der Zeit ist die Stiftungsinitiative nach eigenen Angaben von 20 auf 110 Mitglieder gewachsen." Man müsse sich fragen, nach welchen Kriterien die einzelne Firma dabei sei, wenn die Gesamtsumme in diesem Schneckentempo wachse.