Nuklearfabriken: Gazprom schließt heiklen Atomdeal ab - DER SPIEGEL
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Nuklearfabriken Gazprom schließt heiklen Atomdeal ab

Der russische Staatskonzern Gazprom übernimmt die Aktienmehrheit am einzigen russischen Exporteur von Nukleartechnologie. Heikles Detail des Deals: Die Firma baut ein Atomkraftwerk im Iran - das atomwaffenfähig wäre, behaupten die USA.
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Moskau - Die Vereinigten Staaten werfen Iran bereits seit längerem vor, insgeheim Atomwaffen zu entwickeln. Die russische Anlage könnte dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Gazprom  , das weltgrößte Gasunternehmen, soll den Anteil am Exporteur "Atomstroieksport" bereits vor einigen Tagen für umgerechnet eine Milliarde Dollar gekauft haben. Beide Unternehmen waren jedoch nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Der Chef der russischen Atomaufsichtsbehörde, Andreij Malyshev, konnte den Kauf jedoch bestätigen. "Wir werden die weiteren Entwicklungen sehr genau beobachten", sagte er. "Aber wir glauben, Gazprom ist ein sehr solides Unternehmen - auch, weil es teilweise in Staatsbesitz ist."

Gazprom hatte vor einem Monat bekannt gegeben, auch den staatlichen Ölkonzern Rosneft übernehmen zu wollen. Der Kauf, so gab Vorstandschef Alexeij Miller damals bekannt, sollte nur der erste Schritt auf dem Weg sein, einen staatlichen Ölriesen zu formen.

Analysten bezweifeln jedoch, dass die Zukunft von Gazprom im Geschäft mit Atomtechnik liegen wird. Angesichts der schwierigen diplomatischen Verwicklungen könne er "nicht sehen, dass der Konzern in diesem Geschäft etwas erreicht", sagte Jonathan Stern, Experte des Institute for Energiy Studies in Oxford.

Atomstroieksport ist ein Nachfolgeunternehmen eines staatlichen Atomlieferanten, der noch zu Zeiten des Kalten Krieges gegründet wurde. Abgesehen von der Anlage in Iran baut der Konzern weitere Anlagen in China und in Indien.