OECD-Vergleich: Deutsche sind Freizeit-Vize - DER SPIEGEL
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OECD-Vergleich Deutsche sind Freizeit-Vize

Sechs Stunden und 34 Minuten - so viel Muße haben die Deutschen pro Tag. Laut einer OECD-Studie kommen nur die Belgier auf einen noch höheren Wert. Ihre freie Zeit verbringen die Bundesbürger recht passiv: 28 Prozent entfallen auf Radio und Fernsehen.
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Berlin/Paris - Die Freizeitkönige sind die Belgier. Laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben sie so viel Muße wie keine andere Industrienation. Gleich danach folgen jedoch die Deutschen: Im Schnitt haben die Bundesbürger sechs Stunden und 34 Minuten pro Tag frei zur Verfügung.

Kinder vor dem Fernseher: Weniger TV-Konsum als in anderen Ländern

Kinder vor dem Fernseher: Weniger TV-Konsum als in anderen Ländern

Foto: DPA

Die mit weitem Abstand geringste Freizeit haben die Mexikaner mit gut dreieinhalb Stunden. Im Schnitt bleiben den Bewohnern der untersuchten Länder fünf Stunden und 47 Minuten ohne Arbeit und Schlaf.

Aufschlussreich ist die Art und Weise, wie die verschiedenen Völker ihre Zeit verbringen. Die Deutschen füllen 28 Prozent ihrer Freizeit mit Fernsehen und Radiohören. Im Schnitt aller 18 Länder sind es 36 Prozent, Mexikaner und Japaner verbringen sogar fast die Hälfte ihrer Freizeit vor dem Fernseher oder dem Radio.

In Deutschland entfällt der mit 46 Prozent größte Freizeitanteil auf eine Sammelkategorie, in der unter anderem Computer spielen, Telefonieren oder den Hund ausführen enthalten sind. Mit Freunden treffen sich die Deutschen dagegen nur in vier von 100 Minuten - sieben weniger als im Durchschnitt aller Länder. Die restliche Zeit entfällt auf Veranstaltungen (15 Prozent) und sportliche Aktivitäten (sieben Prozent).

Fürs Essen nehmen sich die Franzosen die meiste Zeit: mehr als zwei Stunden pro Tag. Bei den Mexikanern ist es nur eine gute Stunde, Deutschland liegt mit 105 Minuten im oberen Mittelfeld. Die Nachtruhe dauert in Frankreich fast neun Stunden, Koreaner und Japaner stehen eine volle Stunde früher auf. Die Deutschen rangieren mit acht Stunden und zehn Minuten im unteren Mittelfeld.

Die Differenz zwischen Frauen und Männern ist in Deutschland relativ klein, Männer verfügen über rund 20 Minuten mehr Freizeit am Tag. Italienischen Männern bleiben dagegen fast 80 Minuten mehr: Während die Frauen den Haushalt führen, sehen sie fern.

Die Studie ist laut OECD die erste ihrer Art. Sie basiert auf nationalen Erhebungen. Diese Einzelstudien liegen jedoch zum Teil weit auseinander. So wurden die Daten für Frankreich bereits 1998 erhoben, die Zahlen aus Deutschland stammen von 2002, jene für die Türkei aus dem Jahr 2006. Die Ergebnisse seien jedoch vergleichbar, sagte ein OECD-Sprecher. Berücksichtigt wurde die gesamte Bevölkerung ab 15 Jahren, inklusive Arbeitslosen und Rentnern.

wal/ddp/Reuters/AFP