Öko-Image Marken ohne Malus
Hamburg - So können umweltbewusste Konsumenten bedenkenlos Sportschuhwerk von Puma tragen, Handys von Nokia benutzen oder auf Matratzen von Ikea schlafen. Diese Markenartikler sind bei der Greenpeace-Untersuchung ausdrücklich gelobt worden.
Greenpeace-Urteil: Die Öko-Marken
Die Umweltschutzorganisation hat Produkte mehrerer Hersteller auf Schadstoffe untersucht, die häufig verwendet und schwer abbaubar sind. Die Ergebnisse der Recherche hat Greenpeace in einer Online-Datenbank zusammengefasst.
Allerdings sind viele Artikel nicht in Deutschland erhältlich, zumal die Idee aus Großbritannien stammt. Greenpeace arbeitet nach eigenen Angaben an der Internationalisierung. Im kommenden Jahr könnte es einen deutschen Ableger geben.
Die Untersuchung zeigt, dass Markenhersteller das Öko-Image als Verkaufsargument entdeckt haben. Beispiel Samsung: Als einer der wenigen Computerbauer kündigte der Konzern an, künftig auf PVC und bromhaltige Brandhemmer zu verzichten. Auch bei der Handy- und TV-Produktion wollen die Koreaner künftig keine kritischen Substanzen verwenden. Greenpeace kürte Samsung dafür zum ökologischen Trendsetter in der Technikbranche.
Lob für PVC-freies Playmobil
Ebenfalls gelobt wurde Playmobil, weil bei der Produktion kein PVC im Spiel ist. Der Konkurrent Lego schnitt schlechter ab. Dort findet sich der chlorhaltige Kunststoff bei einigen Artikeln noch in Stromverbindungen.
Ein Umdenken registriert Greenpeace auch bei den Herstellern von Sportschuhen. So hebt die Organisation hervor, dass sich etwa Puma und Adidas jüngst verpflichtet haben, die Produktion künftig von schädlichen Substanzen freizuhalten.
Rüffel für Nivea-Rasierschaum und Adidas-Parfum
Mit Beiersdorf rüffelt Greenpeace dagegen auch einen der großen deutschen Markenartikler. Der Hamburger Konsumgüterkonzern setzt bei der Herstellung von Rasierschaum und Body Milk so genannte Phtalatverbindungen ein. Nach Greenpeace-Angabe können diese Stoffe unter Umständen zu Leber- und Nierenschäden führen.
"Wir sind wirklich erstaunt, woher Greenpeace seine Kompetenz auf diesem Sektor hernehmen will. Es handelt sich hierbei um Stoffe, die von dem wissenschaftlichen Beratergremium der EU zugelassen sind", sagte ein Beiersdorf-Sprecher.
Das Unternehmen gebe jährlich 140 Millionen Euro für Qualitätssicherung aus und werde den Einsatz von Rohstoffen nicht von der jeweiligen Meinung einer Nicht-Regierungsorganisation abhängig machen, sondern immer auf Basis gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis entscheiden, fügte er hinzu. Dennoch zeigte sich Beiersdorf für einen Dialog offen.
Adidas gibt sich da weniger widerspenstig. Zwar lobt Greenpeace die Schuhmode der Herzogenauracher. Doch die Parfums der Marke sind nicht einwandfrei. Der Sportartikelhersteller will sich bessern. "Wir werden uns mit unserem Lizenznehmer Coti in Verbindung setzen und das klären", sagte eine Sprecherin.
Jörn Sucher