Öl und Gas: Shell verdient 3,5 Millionen Dollar - pro Stunde - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Öl und Gas Shell verdient 3,5 Millionen Dollar - pro Stunde

Der Ölmulti Shell stellt seine Konkurrenten in den Schatten: Im zweiten Quartal fuhr das Unternehmen einen Überschuss von 7,6 Milliarden Euro ein - ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. BP, Eni und Repsol hatten zuvor Ergebnisrückgänge verbucht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Vor allem das starke Raffinerie-Geschäft trug zum guten Ergebnis von Shell   bei. Damit konnte der britisch-niederländische Konzern sogar seine rückläufige Öl- und Gasproduktion ausgleichen. Insgesamt kam das Unternehmen im zweiten Quartal auf einen Überschuss von 7,6 Milliarden Dollar, was rund 3,5 Millionen Dollar pro Stunde entspricht.

Branchenexperten sehen nun nach den Schwierigkeiten der vergangenen Jahre eine Wende für den Energiekonzern. So stiegen die Gewinne allein im Raffinerie-Geschäft über 40 Prozent. Noch vor drei Jahren hatte ein Skandal den Konzern und seine Anleger erschüttert. Damals musste Shell die Höhe seiner angesetzten Öl- und Gasreserven deutlich nach unten korrigieren.

Die aktuelle Öl- und Gasproduktion war im abgelaufenen Quartal ähnlich wie bei der Konkurrenz rückläufig. Wie von Experten erwartet sank sie um zwei Prozent auf 3,2 Millionen Barrel Öl-Äquivalent pro Tag. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit der milden Wetterlage in Nordwest-Europa und Produktionsausfällen in Nigeria.

In dem afrikanischen Land hat Shell Probleme wegen der dortigen Unruhen. Nigeria ist der größte Öllieferant des Kontinents. Shell hatte die Produktion teilweise aussetzen müssen, nachdem Bewohner des Nigerdeltas eine Anlage gestürmt hatten. In der Region kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen, weil die dort lebenden Menschen durch die Ölförderung und die damit verbundene Umweltverschmutzung ihre Lebensgrundlage bedroht sehen.

Insgesamt laufen die Geschäfte für Shell aber erfreulicher als für die europäischen Konkurrenten. BP  , Eni und Repsol   hatten im zweiten Quartal allesamt weniger verdient und dies teilweise mit dem starken Euro-Kurs begründet. Heute gab auch der weltgrößte Ölkonzern Exxon Mobil   für das zweite Quartal einen leichten Gewinnrückgang von einem Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar bekannt.

Von dieser Entwicklung scheint sich Shell abgekoppelt zu haben. Konzernchef Jeroen van der Veer sieht auch in Zukunft Wachstumsmöglichkeiten, wobei sowohl die Energiepreise als auch die Kosten steigen würden.

Die Aktien des Konzerns notierten am frühen Nachmittag in London mit 1,7 Prozent im Plus. Händler sagten, die heute vorgelegten Zahlen seien leicht besser als erwartet.

wal/Reuters/dpa/dpa-AFX