Ölförderung erhöht: Putin sorgt für Preisrutsch - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ölförderung erhöht Putin sorgt für Preisrutsch

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Deutschland und Frankreich zugesichert, die Erdölförderung in diesem Jahr auf 450 Millionen Tonnen zu erhöhen. Der Ölpreis an den internationalen Börsen setzte seinen Abwärtstrend der vergangenen Wochen fort.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sotschi/London - 255 Millionen Tonnen wird Russland dieses Jahr exportieren. Im vergangenen Jahr hatte Russland 421 Millionen Tonnen Erdöl gefördert, 228 Millionen Tonnen flossen ins Ausland. Damit ist das Land nach Saudi-Arabien der größte Exporteur weltweit.

Bundeskanzler Gerhard Schröder, der zurzeit mit Putin und dem französischen Präsidenten Jacques Chirac in Sotschi weilt, begrüßte Putins Ankündigung. Dies schaffe mehr Transparenz auf den Erdölmärkten und wirke den Ölpreis-Spekulationen entgegen.

Die Preise auf den Weltmärkten waren in den vergangenen Monaten in die Höhe geschossen. Ein Grund dafür war die Ungewissheit über die Zukunft des russischen Ölkonzerns Jukos. Der Konzern steht kurz vor der Zerschlagung. Kritiker werfen Putin vor, dabei eine entscheidende Rolle zu spielen.

Der internationale Ölmarkt beruhigte sich nach Putins Ankündigung. In London fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl um mehr als einen Dollar auf 39,43 Dollar. Auch die Hoffnung auf Stabilität im Irak sei dafür verantwortlich, sagte Steve Turner, Analyst der Commerzbank Securities in London.

In New York gab der Preis für Öl auf 41,80 Dollar nach. Die US-Ölpreise sind seit dem Rekordstand am 20. August von 49,40 Dollar um mehr als 14 Prozent abgesackt.