Ölförderung: Kürzung zeichnet sich ab - DER SPIEGEL
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Ölförderung Kürzung zeichnet sich ab

Die Opec-Minister haben sich offenbar geeinigt, ihre Fördermenge um eine Million Barrel pro Tag zu drosseln. Ölkonzerne rechnen jedoch nicht mit einer Wirkung auf die Benzinpreise.
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Wien - Der venezolanische Ölminister Alvaro Silva hat während der Beratungen angedeutet, es zeichne sich eine Verringerung um eine Million Barrell pro Tag oder vier Prozent der Opec-Fördermenge ab.

Die Opec sieht eine Überproduktion am Markt, die sie bekämpfen will. Am Donnerstag ermäßigte sich der Referenzpreis aus sechs Ölsorten auf 22,77 Dollar von 23,55 Dollar am Dienstag. Ziel ist ein Preis von 25 Dollar je Barrel. Im Januar hatte das Kartell beschlossen, die Ölförderung um 1,5 Millionen Barrel täglich zu kürzen, um einen Preisverfall zu verhindern. Derzeit liegt die gesamte Fördermenge aller Opec-Staaten bei 25,2 Millionen Barrell am Tag. Eine endgültige Entscheidung über die Drosselung der Fördermenge wird im Laufe des Wochenendes erwartet.

In der Ölbranche wird momentan bezweifelt, ob Förderkürzungen überhaupt einen nenneswerten Effekt auf den derzeitigen Olpreis haben. Einerseits würde ein knapperes Angebot zwar die Preise treiben, andererseits sinke aber durch die sich abschwächende Wirtschaft zurzeit die Ölnachfrage. Weiterhin wird darauf verwiesen, dass das zweite Quartal traditionell die Saison der schwächsten Nachfrage sei: Die Heizsaison geht zu Ende und der große Strom der Urlauber hat noch nicht eingesetzt. Außerdem dauere es wegen der langen Lieferwege Wochen, bis die Auswirkungen von Förderkürzungen an den Märkten in Europa oder den USA spürbar würden.

Die DEA rechnet damit, dass eine Förderkürzung bis 700.000 Barrel am Tag die Preise weiter sinken lassen würde, bei 700.000 bis einer Million würde sich nichts ändern. Erst darüber hinaus rechnet DEA mit einer preistreibenden Wirkung. Olaf Martins von der Esso erinnert daran, dass die Benzinpreise in Deutschland inzwischen viel mehr von der Steuer abhängig seien als von den Rohölpreisen. Eine Erhöhung des Barrelpreises von einem Dollar wirke sich etwa mit 1,4 Pfennig pro Liter Benzin aus, die Ökosteuer habe zu Jahresbeginn schon mit sieben Pfennig zu Buche geschlagen.