Ölkonzern BP-Gewinn bricht massiv ein
London - Der britische Ölkonzern BP teilte heute mit, dass der Überschuss aufgrund sinkender Gaspreise, von Produktionsausfällen sowie niedrigerer Margen im Raffinerie-Geschäft von 6,231 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 4,406 Milliarden Dollar eingebrochen sei. Der Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten verringerte sich um 45 Prozent auf 3,867 Milliarden Dollar.
Wie der Konzern weiter mitteilte, ging die Produktion im Quartal um vier Prozent zurück. Ausschlaggebend hierfür waren die teilweise Stilllegung der Cats-Pipeline in der Nordsee nach einem Schiffsunfall sowie weitere Reparaturarbeiten an Öl- und Gasfeldern. Besitzer der Cats-Pipeline sind neben BP die BG Group , Hess Corp. , ConocoPhillips , Eni und Total . BP hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass durch die Schließung der Leitung dem Konzern täglich 80.000 Barrel Öl verloren gehen. Pro Monat koste das 20 Millionen Pfund.
Analysten zufolge dürfte das dritte Geschäftsquartal den Tiefpunkt für BP markieren. Bereits 2008 sollten dann die Früchte des von Vorstandschef Tony Hayward eingeleiteten Konzernumbaus geerntet werden können. Hayward will vor allem Kosten sparen und deshalb nicht mehr verschiedene Sparten führen, sondern das gesamte Geschäft in Ölförderung (Upstream) sowie Raffinerie und Vermarktung (Downstream) organisieren. Auch Stellenstreichungen dürften anstehen. Vom Verkauf größerer Unternehmensteile will BP aber eigenen Angaben zufolge Abstand nehmen.
Für das Gesamtjahr bestätigte BP seine Produktionsprognose und will weiterhin in der Spanne von 3,8 bis 3,9 Millionen Barrel Öläquivalent am Tag fördern.
kaz/dpa/dpa-AFX