Ölkonzern: Neuer BP-Chef überrascht Analysten - DER SPIEGEL
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Ölkonzern Neuer BP-Chef überrascht Analysten

Öllecks in Pipelines und Explosionen in Raffinerien - der erste Quartalsbericht des neuen BP-Chefs Hayward war kein Vergnügen: Der Gewinn des britischen Ölkonzerns ging deutlich zurück. Analysten hatten allerdings mit schlimmeren Zahlen gerechnet.
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London - Nach Abzug von Steuern sei der Gewinn um ein Prozent auf 6,087 Milliarden Dollar gesunken, teilte BP heute in London mit. Darin sind allerdings 741 Millionen Dollar an Sondererträgen aus dem Verkauf von Ölfeldern sowie einer Raffinerie in Großbritannien enthalten. Diese herausgerechnet fiel der Gewinn um 12,5 Prozent auf 5,346 Milliarden Dollar. "Die gegenwärtige operative Performance von BP ist nicht gut genug", räumte Konzernchef Tony Hayward heute ein.

Analysten hatten jedoch mit 4,975 Milliarden Dollar noch deutlich weniger erwartet. An der Börse in London lag die BP  -Aktie am Mittag leicht im Minus bei 592 Pence. Kurzfristig rechnete Konzernchef Hayward mit weiterem Druck auf die Ergebnisse. Die Prognosen zu Investitionen und neuen Projekten blieben aber unverändert. Wann sich die Geschäftsentwicklung wieder verbessern werde, sagte Hayward nicht. Er kündigte an, die Ölplattform Atlantis im Golf von Mexiko und das Angola-Projekt "Greater Plutonio" würden bis Ende dieses Jahres starten.

BP hatte im operativen Geschäft in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen. Darunter waren Verzögerungen bei einigen Großprojekten, Öllecks in den Pipelines und eine Explosion in einer Raffinerie in Texas City mit 15 Toten und 170 Verletzten. Der Konzern musste daraufhin seine Wachstumsziele kürzen. Zudem war im Mai dieses Jahres Konzernchef John Browne nach Enthüllungen über eine homosexuelle Beziehung überraschend vorzeitig zurückgetreten.

Sein Nachfolger Hayward, der zuvor für Förderung und Exploration verantwortlich war, trat keine leichte Aufgabe an. Besonders der Trend bei vielen Regierungen wie etwa in Venezuela und Russland, die reichsten Öl- und Gaslagerstätten für jeweils heimische Ölfirmen zu reservieren, machen westlichen Mineralölkonzernen gegenwärtig zu schaffen.

sam/Reuters

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