Ölkonzerne: Benzin bleibt teuer - DER SPIEGEL
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Ölkonzerne Benzin bleibt teuer

Der Beschluss der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), mehr Öl zu fördern, wird keinen Effekt auf die Benzinpreise haben. Nach Ansicht der großen Mineralölkonzerne reicht die Fördermenge nicht aus, um den Preisdruck zu dämpfen.
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Wien - Die Opec will den Preis nach eigenen Angaben von derzeit mehr als 30 Dollar je Barrel auf unter 25 Dollar drücken. Als Faustformel der Branche gilt, dass bei einer Senkung von einem Dollar je Barrel der Benzinpreis um 1,2 Pfennige pro Liter sinkt.

Auf Grund der hohen Steuerbelastung und der ohnehin desolaten Situation an den Tankstellen sehen die deutschen Mineralölkonzerne derzeit keinen Spielraum für Preissenkungen. Sprecher von Shell und Dea sagten, man müsse zunächst abwarten, ob der Ölpreis überhaupt sinkt.

In Expertenkreise gilt es als unwahrscheinlich, dass das Ölkartell auch seine Preisziele erreichen kann. "Die Opec war zu vorsichtig, sie wird im September wieder eine Erhöhung beschließen müssen", sagte John Toalster, Analyst bei SG Securities. Auch Opec-Generalsekretär Rilwanu Lukman befürchtet, dass der Anstieg der Ölpreise noch nicht vorbei ist: "Wir werden mehr Öl auf den Markt werfen, wenn die Preise so hoch bleiben", sagte er.

Der Preis für ein Barrel Öl hatte sich innerhalb eines Jahres verdreifacht. Die Preisexplosion ist nach Angaben von Lukman nicht auf ein knappes Ölangebot, sondern auf "Marktspekulationen" zurückzuführen. Nach Einschätzung von Branchenexperten ist die geplante Erhöhung der Fördermenge zu gering, um sich spürbar auf die Benzinpreise auszuwirken.

Der Kompromiss war nach Meinungsverschiedenheiten der Opec-Länder zu Stande gekommen. Saudi-Arabien, der wichtigste westliche Partner des Kartells, habe die Produktion deutlich stärker anheben wollen, berichteten Delegierte. Vor allem Iran sei jedoch dagegen gewesen. Die Industrieländer und insbesondere die USA hatten sich für niedrigere Ölpreise eingesetzt, weil sie anderenfalls ein Abwürgen der Konjunktur befürchteten.