Ölmarkt Generalstreik treibt die Preise hoch
Frankfurt am Main/New York - Der US-Ölpreis ist heute den fünften Tag in Folge gestiegen und hat mit 53,64 Dollar ein neues Rekordhoch zum Handelsschluss in New York erreicht. Im Handelsverlauf kletterte der Preis für einen Barrel der Sorte Light Sweet Crude bis auf 53,80 Dollar - dem höchsten jemals ermittelten Preis an der US-Warenterminbörse Nymex.
Erstmals überschritt auch der Preis für ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent an der internationalen Rohstoffbörse in London die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar. In der Folge stiegen auch die Preise für Benzin und Diesel. Nach Angaben eines Shell-Sprechers vom Montag kostete Benzin bundesweit zwischen 1,16 Euro und 1,21. Diesel kostete zwischen 1,02 Euro und 1,07 Euro.
Getrieben wird der Heizölpreis von der weiterhin starke Nachfrage. "Wir stellen fest, dass Heizöl schon wieder teurer geworden ist", hieß es heute beim Hamburger Energie-Informations-Dienst (EID). Erst am Donnerstag hatte Heizöl mit 50 Dollar pro 100 Liter ein Jahreshoch erreicht. Nach Auskunft des Mineralölwirtschaftsverbands kostet Heizöl dort mittlerweile 480 Dollar pro Tonne. Diesel habe mit 505 Dollar pro Tonne sogar schon die 500-Dollar-Marke durchbrochen, erklärte eine Sprecherin.
"Preis muss auf normales Maß sinken"
Während die Preise beim Heizöl meist direkt an die Verbraucher weiter gegeben werden können, lasse dies die Wettbewerbssituation an den Tankstellen beim Diesel nur begrenzt zu, erklärte EID-Sprecher Rainer Wiek. Preiserhöhungen wie in der vergangenen Woche, als der Dieselpreis über 1,04 Euro pro Liter lag, ließen sich meist nicht lange durchhalten. Am Sonntag kostete Diesel nur noch durchschnittlich 99,7 Cent. Mit der ein oder anderen Preiserhöhung dieser Woche sei zu rechnen, erklärte Wiek.
Nigeria ist mit einer Fördermenge von 2,5 Millionen Barrel pro Tag ist das Land der siebtgrößte Ölexporteur weltweit. Händler schließen einen weiteren Anstieg der Rohölpreise nicht aus, trotz der Zusicherung arabischer Länder, den Preisanstieg dämpfen zu wollen. Nach Angaben von US-Finanzminister John Snow haben die Erdöl produzierenden Länder Arabiens zugesichert, dass sie angesichts des bevorstehenden Winters auf der Nordhalbkugel versuchen wollen, die Preise durch höhere Förderung zu dämpfen.
Prinz Mohammed Bin Zayed Al Nahyan aus den Vereinigten Arabischen Emiraten versicherte, die Regierung seines Landes unterstütze den hohen Rohölpreis nicht. "Ich denke, dass der Preis in absehbarer Zukunft auf ein normales Maß sinken muss, auf etwa 30 US-Dollar plus minus fünf Dollar. Das macht für uns mehr Sinn", sagte er dem Deutschen Welle-TV.