Ölpreis Allmählich geraten die Börsen in Panik
Von Frankfurt über New York bis São Paulo: Überall gaben die Aktienmärkte am Anfang der Woche nach. In Lateinamerika sprachen Händler bereits von Panikverkäufen. In Hongkong präsentierte sich der Markt am Dienstag zwar zum ersten Mal nach sieben Tagen wieder freundlich, doch Händler gaben noch keine Entwarnung.
Der Ölpreis erreichte am Montag mit 37 Dollar ein neues Zehnjahreshoch, eine Entlastung ist nicht in Sicht: Spannungen zwischen den Opec-Ländern Irak und Kuwait und sinkende Lagervorräte befördern die Angst vor nachhaltigen Konjunkturschwächungen. Sogar der Internationale Währungsfond (IWF) warnt bereits vor den Konsequenzen des hohen Ölpreises für die Weltwirtschaft: Chefvolkswirt Michael Mussa sieht "einiges an Abwärtspotenzial". Die IWF-Warnung gilt als Signal: 1997 war sie der Auftakt zur Panik in der Asienkrise.
In den USA befürchten Händler, dass die Federal Reserve zur Bekämpfung der ölpreis-induzierten Inflation die Leitzinsen anheben wird. In Europa erwarten Ökonomen eine Verlangsamung des Wachstums und eine Erhöhung der Inflationsrate. "Da ist noch einiges in der Pipeline", sagte Joachim Scheide vom Kieler Institut für Weltwirtschaft dem "Handelsblatt".
Zwar prognostiziert die Handels- und Entwicklungskonferenz der Uno (Unctad) in einem neuen Bericht, dass das Weltwirtschaftswachstum den Ölpreis "problemlos" verkraften wird, doch Experten und Anleger zweifeln.