Ölpreis-Anstieg Opec lässt den Westen zappeln
Osaka/Wien - Die Minister der Opec-Staaten werden auf ihrer Tagung im japanischen Osaka beschließen, die derzeitige Förderquote von 21,7 Millionen Barrel am Tag beizubehalten. Dies sagte der indonesische Ölminister Purnomo Yusgiantoro und dies berichten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Verhandlungsteilnehmer.
Trotz der Sorge, hohe Ölpreise und sinkende Lagerbestände könnten die Erholung der Weltwirtschaft beeinträchtigen, kamen die Minister bereits prinzipiell überein, dass es genügend Öl im Markt gibt. Sie wollen ihre Entscheidung später am Tag nach ihrer Plenarsitzung offiziell verkünden.
Die Fördermenge bleibt damit weiter auf einem Elf-Jahres-Tief. Die Entscheidung der Minister bezieht sich auf das kommende Quartal. Die Opec-Mitglieder werden sich am 11. Dezember jedoch zu einem außerordentlichen Treffen in Wien zusammenfinden, wie der algerische Ölminister Chakib Khelil sagte.
Wenn der Ölpreis deutlich über die Marke von 30 Barrel pro Fass klettert, könnte die Opec dann doch noch gegenlenken. Vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Kriegsandrohungen und der Nachfragesteigerung durch den nahenden Winter auf der Nordhalbkugel war der Ölpreis jüngst bis nahe an die 30 Dollar je Barrel geklettert.
Die Opec will den Ölpreis dagegen innerhalb des Korridors von 22 bis 28 Dollar pro Barrel halten. Das Kartell war zuletzt in zwei Lager gespalten. Während Saudi-Arabien als größter Produzent eine Anhebung der Fördermengen befürwortet hatten, waren andere wie Venezuela dagegen. Die jüngste Erklärung des Iraks, Waffeninspekteure wieder ins Land zu lassen, hatte zu einer Entspannung an den Ölmärkten geführt - dies kam den Gegnern einer Mengen-Anhebung der Fördermenge entgegen.
Vertreter der irakischen Regierung teilten am Donnerstag dagegen mit, das Land wolle seine Öl-Produktion in Zukunft schrittweise erhöhen. Sollten die Vereinten Nationen ihre Wirtschaftssanktionen aufheben, plane die Regierung, die Ölförderung innerhalb von fünf Jahren auf etwa sechs Millionen Barrel täglich zu steigern, sagte der irakische Vize-Ölminister Saddam Hasan bei der Opec-Tagung. Gegenwärtig liege Iraks Förderung unter den Produktionskapazitäten von über 3,1 Millionen Barrel.
Auch der Irak unterstützt ines die Entscheidung der Opec, die gegenwärtigen Förderquoten bis zum Jahresende beizubehalten. Es gebe keine Notwendigkeit zu einer Erhöhung, da das Verhältnis von Produktion und Nachfrage gegenwärtig normal sei.