Ölpreis: Die Rekordjagd geht weiter - DER SPIEGEL
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Ölpreis Die Rekordjagd geht weiter

Die Initiative Saudi-Arabiens, die Ölfördermenge auf täglich 10,5 Millionen Barrel zu erhöhen, um so den Anstieg der Preise einzudämmen, sorgte am Montag nur vorübergehend für Entspannung. Analysten warnen bereits, der Ölpreis könnte auf neue Rekordmarken steigen.
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Singapur - Vorübergehend sorgte die Initiative für etwas Entspannung im Markt. Ein Barrel (knapp 159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent kostete am Vormittag mit 38,04 Dollar 13 Cent weniger als am Vortag. US-Öl verbilligte sich um zwölf Cent auf 41,60 Dollar. Als die Nachricht von zwei Bränden an einer für den Ölexport genutzten Pipeline in der Nähe des irakischen Ölfelds von Kirkuk und an einer Pipeline in den USA bekannt wurde, kippte die Stimmung wieder. Sie erinnerten die Marktteilnehmer daran, wie anfällig die für die Versorgung wichtigen Strukturen sind.

Doch Unfälle oder Sabotage sind das kleinere Problem, darüber sind sich die Experten im Ölgeschäft einig. Viel entscheidender sind nach ihrer Einschätzung die begrenzten Förderkapazitäten, denn außer in Saudi-Arabien haben alle Förderländer ihre Möglichkeiten bereits ausgereizt.

Von einer Erhöhung der offiziellen Fördergrenzen um 2,3 bis 2,5 Millionen Barrel pro Tag, wie es der saudische Ölminister Ali al-Naimi angeregt hatte, versprechen sich die Ölhändler allerdings nicht viel. Analysten verweisen darauf, dass damit nur die Quoten der tatsächlichen Fördermenge angepasst würden, die schon längst über den offiziellen Vorgaben liegen. Das Angebot an Öl selbst würde sich dadurch also nicht vergrößern.

Außerdem könne eine Erhöhung der Opec-Fördermengen auf der Tagung der Ministerkonferenz der Opec am 3. Juni in Beirut frühestens für Juli beschlossen werden und werde auf dem wichtigen US-Markt allenfalls im August greifen, heißt es. Bereits am Wochenende aber beginnt in den USA die Feriensaison, was zu einer deutlich erhöhten Nachfrage nach Benzin führen wird.

Außerdem zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die übrigen Opec-Mitglieder dem Aufruf Saudi-Arabiens keineswegs folgen wollen. So stellte sich der iranische Ölminister Bidschan Sanganeh am Dienstag hinter den Vorschlag, wandte sich zugleich aber gegen jedes Diktat: "Jede Erhöhung der Opec-Quoten sollte auf einem Konsens beruhen, vorsichtig, begrenzt und vorübergehend sein."

Ohnehin sei eine Entspannung im Nahen Osten die viel wirksamere Preisbremse, sagte Sanganeh. Eine größere Stabilität im Irak würde allein schon zu einem Rückgang der Ölpreise um sieben bis zehn Dollar je Barrel beitragen. Ein Ölpreis zwischen 30 und 31 Dollar pro Barrel für Erzeuger und Verbraucher sei fair - die von der Opec offiziell angestrebte Spanne liegt zwischen 22 und 28 Dollar.