Ölpreis: Opec beruft Krisensitzung ein - DER SPIEGEL
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Ölpreis Opec beruft Krisensitzung ein

Die Ölminister der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) werden sich am Wochenende zu einer Sondersitzung treffen, um angesichts hoher Rohölpreise über eine verstärkte Förderung zu beraten. In Deutschland erhöhten die Mineralölkonzerne vorsorglich die Benzinpreise.
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Wien/Hamburg - Opec-Generalsekretär Alvaro Silva- Calderon sagte nach Angaben der Opec-Nachrichtenagentur OPECNA am Mittwoch in Wien, "angesichts der derzeitigen Entwicklungen waren die Minister der Meinung, es sei notwendig eine Krisensitzung abzuhalten". Zwar wiesen die Rohölpreise weiter sinkende Tendenz auf – der OPEC-Korbpreis fiel am Dienstag mit 29,72 Dollar je Barrel (159 Liter) wieder unter die 30-Dollar-Marke - doch blieben sie deutlich über der von der Opec angestrebten Obergrenze von 28 Dollar.

Theoretisch könnte die Organisation gemäß ihres automatischen Preismechanismus die Fördermenge am kommenden Dienstag um eine halbe Millionen Barrel täglich erhöhen, ohne dabei zu einer Sondersitzung zusammenzutreffen. "Aber wir sind in einer schwierigen Situation", sagte Silva-Calderon.

Als Grund nannte er, dass die gegenwärtige Preisentwicklung nicht im Einflussbereich der Opec liege, sondern besondere Umstände die Preise nach oben trieben. Gemeint ist die Situation in Venezuela, die vor allem in den USA zu einer Verknappung der Angebotes führt, und die latente Angst der Händler vor einem Krieg im Irak. "Jede größere Erhöhung oder Kürzung der Förderquoten muss daher genau überdacht werden", sagte der Opec-Generalsekretär.

Erwartet wird eine Erhöhung der gemeinsamen Fördermenge um ein bis zwei Millionen Barrel pro Tag. Bei der nächsten planmäßigen Sitzung der Opec-Ölminister am 11. März in Wien könnte dann über eine Fortführung der Maßnahme beraten werden. Sollten die Preise bis dahin unter die 28-Dollar-Marke fallen, wäre eine Rückkehr zur derzeitigen offiziellen Opec-Fördermenge im Ausmaß von täglich 23 Millionen Barrel Rohöl wahrscheinlich.

In Deutschland kostete die meistgetankte Benzinsorte Super nach einer Preiserhöhung um zwei Cent am Dienstag im bundesweiten Durchschnitt ungefähr 1,11 Euro je Liter, berichteten Aral/BP und ExxonMobil am Mittwoch in Hamburg. Normalbenzin kostete 1,09 Euro. Damit lagen die Preise um wenige Zehntelcent über dem Preisniveau vom 1. Januar und um rund drei Cent unter ihrem Rekordstand vom Mai 2001.