Ölpreis-Schock Clinton befürchtet Rezession
New York - Clinton hat einem amerikanischen Fernsehbericht zufolge den saudi-arabischen Kronprinz Abdullah darauf aufmerksam gemacht, dass der Ölpreis zu hoch sei, "nicht gerade für Amerika, aber für die Welt insgesamt". Clinton wies Kronprinz Abdullah, den Führer des wichtigsten Ölexportlandes, darauf hin, dass eine Rezession in irgendeinem Teil der Welt auch den Öl fördernden Ländern schaden würde.
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) will am Wochenende in Wien über eine mögliche Erhöhung der Förderquoten beraten. Der Rohölpreis erreichte in dieser Woche mit fast 35 Dollar pro Barrel (159 Liter) seinen höchsten Stand seit zehn Jahren.
Im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf haben die Republikaner die Angst vor weiter steigenden Ölpreisen aufgegriffen. Parteikollegen des Kandidaten George Bush sagten, die Clinton-Administration wäre nicht in der Lage, die Konsumenten jetzt zu schützen. Aus dem Lager des demokratischen Kandidaten Al Gore wurde scharf zurückgeschossen: George Bush habe überhaupt keine Energiepolitik, "außer dass er seine Freunde in der amerikanische Wildnis nach Öl bohren lässt", sagte Doug Hattaway, Sprecher der Demokraten.
Die Angst vor einem Ölpreis-Schock wird in den USA auch von den Behörden angeheizt. Nach einer Prognose des Energy Department wird Heizöl in diesem Winter rund 30 Prozent mehr kosten als im vorhergehenden, Gas wird um 27 Prozent teurer.