Ölpreis: Schröder sagt Spekulanten den Kampf an - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ölpreis Schröder sagt Spekulanten den Kampf an

Die sieben führenden Industrienationen und Russland (G-8) wollen Spekulationen auf dem Ölmarkt offensiv entgegentreten, die nach den Worten von Bundeskanzler Gerhard Schröder für bis zu 60 Prozent der Preissteigerungen verantwortlich sind.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sea Island/USA - Es gehe darum, solche Spekulationen "durchsichtig" zu machen und "Angstprämien" abzubauen, sagte Schröder heute am Rande des G-8-Gipfels auf Sea Island. Schröder betonte, der hohe Ölpreis sei "kein aktuelles, aber ein potenzielles Risiko". Daher sollen die Energieminister der G-8 in den kommenden sechs Monaten Vorschläge unterbreiten, wie mehr Transparenz auf dem Ölmarkt geschaffen werden kann. Russlands Präsident Wladimir Putin habe deutlich gemacht, dass auch die Förderländer kein Interesse an einem nachhaltig hohen Ölpreis hätten. Eine administrative Begrenzung des Ölpreises sei aber nicht geplant.

Die Teilnehmer des Gipfeltreffens sprachen sich Schröder zufolge ferner für die Mitgliedschaft Russlands in der Welthandelsorganisation (WTO) aus. Da Russland sich bereits mit der EU geeinigt habe, und auch die sieben führenden Industrienationen den russischen Wunsch unterstützten, geht Schröder davon aus, dass eine WTO-Aufnahme Russlands "wirklich kurz bevorsteht".

Zur Frage der Exportsubventionen im Agrarbereich rechnet Schröder mit einer gemeinsamen Erklärung des Gipfels in den USA. Frankreichs Präsident Jacques Chirac habe versichert, es liege nicht im Interesse seines Landes, eine "Resolution zu verhindern". Allerdings dürfte es keine einseitige Auswahl von Subventionsstreichungen geben.