Ölpreis: Unsicherheit über Fördermenge - DER SPIEGEL
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Ölpreis Unsicherheit über Fördermenge

Bei ihrem Treffen werden die Erdölminister des Opec-Kartells voraussichtlich eine Senkung der Fördermengen beschließen. Die Kürzung könnte allerdings höher ausfallen als erwartet.
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Wien - Bislang hatten die Funktionäre von einer Kürzung zwischen 500.000 und einer Million Barrel pro Tag (bpd) angekündigt. Dann überraschte der Präsident der Opec, Chakib Khelil, mit der Äußerung, auch eine Senkung um bis zu 1,5 Millionen bpd sei möglich.

Auch der venezolanische Ölminister Alvaro Silva bestätigte, dass eine Senkung in dieser Höhe "im Gespräch" sei. Schließlich meldete sich auch der irakische Ölminister zu Wort und erklärte, dass der Irak eine Senkung des Angebots um eine Million bpd favorisiere. Für eine Kürzung in dieser Höhe scheint sich nach Auskunft informierter Kreise auch Libyen stark zu machen.

Die elf Opec-Staaten produzieren etwa 60 Prozent des weltweit exportierten Rohöls und haben deswegen einen großen Einfluss auf die Preise. Mit einer Drosselung der Förderung will die Opec den Preis für einen Korb aus sieben Opec-Ölsorten bei etwa 25 Dollar halten - am Mittwoch ermäßigte sich dieser Korb auf 23,55 Dollar von 24,08 Dollar am Dienstag.

Wegen der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums vor allem in den USA und des baldigen Frühlingsanfangs fürchten die Förderländer einen Rückgang der Nachfrage und somit sinkende Rohölpreise. Mit ihren Drosselungen muss die Opec jedoch nach Darstellung der Experten einen Balanceakt vollführen: Dreht sie den Ölhahn zu weit zu, belastet sie die angeschlagene Weltwirtschaft, was zu sinkender Nachfrage führen würde.

Entgegen den Befürchtungen der Opec geht die Internationale Energie-Agentur in Paris nicht von einem Ölpreisverfall im zweiten Quartal 2001 aus. In ihrem Monatsbericht gehen die Experten davon aus, dass die Ölnachfrage nur kurzfristig sinken werde. Für die Reisesaison im Sommer wird jedoch wieder ein Anstieg der Nachfrage und eine Erhöhung der Preise erwartet.