Ölpreis-Verfall Opec will mit Förderreduzierung gegensteuern
Algier - Die Opec-Minister hätten sich auf eine Reduzierung um eine Million Barrel pro Tag verständigt, sagte der algerische Energieminister Chakib Khelil am Sonntag. Bei einer Dringlichkeitssitzung in der kommenden Woche in Katar sollten die Details ausgearbeitet werden, sagte der katarische Energieminister Abdullah bin Hamad al-Attijah.
Tanker im Öl-Land Venezuela: "Dieser katastrophale Rückgang"
Foto: REUTERSDie Ölpreise waren seit Juli um 20 Prozent auf knapp unter 60 Dollar gefallen. Es wäre das erste Mal seit mehr als zwei Jahren, dass die Opec ihre Fördermengen drosselt.
"Es ist einfach dieser katastrophale Rückgang", sagte Opec-Präsident Edmund Daukoru. "Jetzt ist es an der Zeit, etwas zu unternehmen." Schließlich wisse man nicht, wie tief die Preise noch sänken. "Es wäre dumm zu warten, bis wir bei zehn Dollar sind." Die Drosselung sei aber nur eine vorübergehende Maßnahme, sagte der Nigerianer weiter. Eine Reduzierung entspreche keiner dauerhaften Veränderung der Produktionsquoten. Unter den elf Mitgliedern der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) herrsche generell Einigkeit, dass die Fördermengen um eine Million Barrel pro Tag von der tatsächlichen Durchschnittsproduktion der vergangenen zwölf Monate gekürzt werden sollten.
Daukoru zufolge hat die Opec in den vergangenen zwölf Monaten ihr Erdöl praktisch auf dem Niveau der offiziellen Produktionsgrenze von 28 Millionen Barrel (159 Liter je Barrel) pro Tag gefördert. Während einige der Kartellmitglieder wie Indonesien und Venezuela jedoch unter ihren Quoten pumpen, produzieren andere wie Saudi-Arabien und Algerien über den offiziell von der Opec festgelegten nationalen Obergrenzen. Venezuela und Iran, das Mühe beim Erreichen seiner Quote hat, wollen keine Marktanteile an die Top-Produzenten abgeben.
Die Opec treffe sich in der kommenden Woche von Mittwoch bis Sonnabend in der katarischen Hauptstadt Doha, sagte der algerische Energieminister der amtlichen Nachrichtenagentur APS zufolge. Wie die staatliche Agentur QNA unter Berufung auf den katarischen Minister meldete, ist die Dringlichkeitssitzung für Donnerstag geplant.
itz/mm.de/Reuters