Ölreserven: Großes Durcheinander bei Shell - DER SPIEGEL
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Ölreserven Großes Durcheinander bei Shell

Royal Dutch/Shell, der drittgößte Ölkonzern der Welt hat weiterhin Probleme, die eigenen Ölreserven richtig einzuschätzen. Nach einer weiteren Korrektur wurde nun auch die Vorlage der Jahresbilanz verschoben.
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London - Das Jahr 2004 ist bisher sicher nicht das glücklichste in der Geschichte des britisch-niederländischen Konzerns. Im Januar musste Shell   zugegeben, seine Reserven um 20 Prozent oder 3,9 Milliarden Barrel zu hoch eingeschätzt zu haben. Shell-Chef Philip Watts wurde daraufhin seines Amtes enthoben. Dann kam heraus, dass die Chefs bereits seit zwei Jahren von dem Problem wussten und dies möglicherweise bewusst verschleiert haben, was amerikanische und europäische Börsenwächter auf den Plan rief. Nach britischen Presseberichten droht Watts in den USA sogar eine strafrechtliche Verfolgung. Außerdem wollen Aktionäre das Unternehmen auf insgesamt eine Milliarde Dollar Schadenersatz verklagen.

Nun musste der Konzern den Wert seiner Öl- und Gasreserven nochmals nach unten korrigieren, diesmal um 250 Millionen Barrel. Shell erwartet nach eigenen Angaben dadurch eine Belastung des Gewinns in Höhe von 20 Millionen Dollar. Hinzu kämen Abschreibungskosten für die Neubewertung, die das Nachsteuerergebnis mit 10 Millionen Dollar belasteten. Die für Freitag geplante Veröffentlichung der Jahresbilanz 2003 hat der Konzern auf Mai verschoben.

Nach Einschätzung des britischen Senders BBC ist die neue Korrektur der Reserven ein PR-Desaster. "20 Prozent daneben zu liegen ist sehr peinlich. Ein weiteres Mal daneben zu liegen ist fahrlässig", sagte Redakteur Jeff Randall. Der Kurs des der Shell-Aktie verlor am Donnerstag in London rund 3,5 Prozent auf 359 Pence.