Ölriese Total: Konzernchef verbringt Nacht im Gefängnis - DER SPIEGEL
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Ölriese Total Konzernchef verbringt Nacht im Gefängnis

Schmiergeld-Skandal in Frankreich: Der Konzernchef des Ölmultis Total hat die vergangene Nacht in Untersuchungshaft gesessen. Auch heute Morgen ließen ihn die Ermittler nicht laufen. Der Vorwurf: Bestechung bei Geschäften im Iran.
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Paris - Die Untersuchungshaft sei verlängert worden, hieß es heute Morgen in französischen Justizkreisen. Total-Chef Christophe de Margerie wird seit gestern Abend von der Finanzaufsicht verhört. Bei den Untersuchungen geht es um einen Vertrag zur Gasförderung im Iran aus dem Jahr 1997.

Total ist der größte Ölkonzern Frankreichs und der viertgrößte der Welt. In Deutschland ist das Unternehmen in den östlichen Bundesländern Marktführer, wo es das DDR-Tankstellennetz von Minol sowie Raffinerien übernommen hatte.

Neben Margerie haben die Ermittler vier weitere Personen vernommen - zwei ehemalige und zwei aktive Mitarbeiter von Total. Diese Personen wurden allerdings schon gestern Abend in Freiheit entlassen, die Vorwürfe gegen sie konnten nicht aufrechterhalten werden. Anders scheint es sich im Fall des Konzernchefs selbst zu verhalten.

Bei dem fraglichen Geschäft geht es um einen 1997 unterzeichneten Vertrag zwischen Total und der iranischen Öl-Gesellschaft NIOC zur Nutzung eines Gasfeldes. Dabei gibt es den Verdacht auf illegale Zahlungen durch Total an Vertreter der iranischen Seite. Margerie war damals für das Geschäft von Total im Nahen Osten verantwortlich.

Die französische Justiz hatte zu dem Iran-Geschäft im Dezember ein Ermittlungsverfahren wegen des Missbrauchs von Gesellschaftsvermögen und der Bestechung ausländischer Beamter gegen Unbekannt eröffnet. Dabei sollen zwischen 1996 und 2003 über die Schweiz fast hundert Millionen Schweizer Franken (fast 62 Millionen Euro) geflossen sein. Empfänger von Bestechungsgeldern soll unter anderem ein Mitglied der Familie des ehemaligen iranischen Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani gewesen sein.

Gegen Margerie und andere Total-Manager waren schon im Oktober Ermittlungen wegen Beihilfe zur Bestechung im Rahmen des irakischen Programms "Öl gegen Lebensmittel" eingeleitet worden.

wal/AFP