Österreich UMTS-Auktion geplatzt
Wien - Nach 14 Versteigerungsrunden hatten die sechs Teilnehmer zuletzt für je zwei der insgesamt zwölf angebotenen Frequenzen geboten. Damit kamen alle Bewerber zum Zug. Insgesamt hat die Auktion rund 9,7 Milliarden Schilling (knapp 1,4 Milliarden DM/rund 700 Millionen Euro) erbracht. Nach den Erfahrungen in anderen Ländern bei früheren UMTS-Versteigerungen war ursprünglich mit einem Ergebnis zwischen 20 und 70 Milliarden Schilling gerechnet worden.
Bereits am Freitagvormittag war die Auktion in Wien von der Kontroll-Kommission unterbrochen worden, weil nach dem ersten Versteigerungstag alle sechs Bewerber für je zwei Frequenzpakete geboten hatten. Die Teilnehmer wurden noch einmal daran erinnert, dass verbotene Absprachen den Ausschluss aus dem Verfahren zur Folge hätte. In Italien war die UMTS-Auktion im Oktober ebenfalls bereits am zweiten Tag zu Ende gegangen, nachdem sich ein Bewerber überraschend zurückgezogen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Ermittlungen wegen des Verdachts verbotener Absprachen aufgenommen.
Ein Bewerber musste bei der österreichischen UMTS-Auktion mindestens zwei Frequenzpakete ersteigern. Maximal konnten drei Pakete erworben werden. Von dieser Möglichkeit hat jedoch kein Bewerber Gebrauch gemacht. In einer zweiten Versteigerungsrunde sollen demnächst fünf kleinere Frequenzen als Zusatzausstattung unter den Hammer kommen.
An der Auktion beteiligten sich der heimische Branchenprimus Mobilkom, eine Tochter der Telekom Austria, max.mobil, eine 100- prozentige Tochter der Deutschen Telekom, tele.ring, das zur Mannesmann-Gruppe gehört, Hutchison Telecommunications (Hongkong), die spanische Telefónica und das Unternehmen One, an dem E.ON, Tele Danmark, Telenor und die RHI-Gruppe beteiligt sind.
Die italienische UMTS-Auktion war zuvor in einen Skandal gemündet, als das Blu-Konsortium um British Telecom durch einen vorzeitigen Rückzug den anderen Bietern zu kostengünstigen Lizenzen verhalf. Die Firmen wiesen den Verdacht von Absprachen in Rom zurück. Die Regierung verhängte trotzdem eine Milliarden-Strafe gegen Blu. Zudem nahm die römische Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf.