ÖTV: Streikbereitschaft bei den Mitgliedern - DER SPIEGEL
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ÖTV Streikbereitschaft bei den Mitgliedern

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Hamburg - Am Mittwoch beginnen die Tarifgespräche im öffentlichen Dienst. Der Chef der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) Herbert Mai warnte Bund, Länder und Gemeinden, "die Stimmung bei den Beschäftigten zu unterschätzen". "Es gibt ein starkes Gemeinschaftsgefühl zur Durchsetzung unserer Forderungen", sagte Mai der "Welt am Sonntag". Die Beschäftigten wollten mehr Geld auf ihrem Gehaltskonto sehen. Die ÖTV fordert fünf Prozent mehr Einkommen für die 3,1 Millionen Arbeiter und Angestellten bei Bund, Ländern und Gemeinden. Mai machte deutlich, dass es mit der ÖTV keine Einigung geben werde, wonach die Löhne nur in Inflationshöhe steigen. Die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes müssten dem Wirtschaftsaufschwung Rechnung tragen. Ansonsten "provozieren sie einen ernsthaften Konflikt".

Die ÖTV-Forderungen nach einer fünfprozentigen Lohnerhöhung gehen nach Auffassung des sächsischen Finanzministers Georg Milbradt (CDU) an der Realität vorbei. Auch eine schnelle Anpassung der Löhne und Gehälter an das Westniveau sei derzeit nicht zu verkraften, sagte der neue Verhandlungsführer der Länder bei den Tarifverhandlungen.

Die thüringische ÖTV-Landesvorsitzende Claudia Rühlemann sagte, zehn Jahre nach der deutschen Einheit müsse im öffentlichen Dienst auch die Tarifgleichheit erreicht werden. Derzeit bekommen die Beschäftigten im Osten bei einer längerer Arbeitszeit 86,5 Prozent des Einkommens ihrer Westkollegen.