Offener Brief: Milliardär Icahn will Microhoo erzwingen - DER SPIEGEL
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Offener Brief Milliardär Icahn will Microhoo erzwingen

Der Druck auf Yahoo wird immer größer: US-Milliardär Icahn will das Management zwingen, einer Übernahme durch Microsoft zuzustimmen. Andernfalls werde er dies zusammen mit anderen Aktionären durchsetzen, droht er in einem offenen Brief. Icahn hält bereits vier Prozent an Yahoo.
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New York - Sollte das Internetportal nicht von selbst Verhandlungen mit dem Softwareriesen aufnehmen, werde er sich direkt an die Yahoo-Aktionäre wenden, schrieb Icahn am Donnerstag in einem offenen Brief an den Yahoo-Verwaltungsratsvorsitzenden Roy Bostock.

Icahn, über dessen Einstieg bei Yahoo bereits spekuliert worden war, gab außerdem bekannt, dass er sich mit vier Prozent bei dem Internetportal eingekauft habe. Zudem strebe er die Erhöhung seines Anteils auf etwa sieben Prozent an. Sein Yahoo-Paket habe dann einen Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar.

Zugleich stellte Icahn eine Liste mit zehn Kandidaten für den Verwaltungsrat vor, die er den Anteilseignern auf der kommenden Hauptversammlung Anfang Juli vorschlagen werde. Auf diese Weise strebt der 72-jährige Milliardär an, das gesamte Yahoo-Kontrollgremium neu zu besetzen. Als Kandidaten nominierte er sich selbst sowie enge Vertraute. Yahoo steht damit vor einem offenen Machtkampf.

Icahn ist bekannt dafür, sich in Unternehmen einzukaufen, die in Schwierigkeiten stecken, um dann deren Strategie zu ändern. Presseberichten zufolge hofft er auf die Unterstützung anderer Aktionäre, die mit dem Yahoo-Management unter Jerry Yang ebenfalls unzufrieden sind und einen Zusammenschluss mit Microsoft anstreben.

"Die Yahoo-Führung hat das Vertrauen der Aktionäre verloren", schreibt Icahn in seinem offenen Brief. Es sei "unverschämt", dass der Verwaltungsrat das Microsoft-Angebot nicht den Aktionären zur Abstimmung vorgelegt habe. Die Microsoft-Offerte sei die "deutlich höherwertige Alternative" als eine weitere Selbstständigkeit von Yahoo. Gemeinsam seien Microsoft und Yahoo stark genug, um mit dem Suchmaschinenriesen Google zu konkurrieren.

Microsoft hatte im Februar rund 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) für Yahoo geboten. Dieses Angebot hatte die Yahoo-Führung zurückgewiesen, weil es zu niedrig sei. Microsoft zog sein Angebot daraufhin vergangene Woche zurück, erklärte aber, die Übernahme noch nicht ganz aufgegeben zu haben.

Ob Microsoft nun Icahn unterstützen wird, ist laut "Wall Street Journal" noch nicht klar. Die Yahoo-Aktie stieg am Donnerstag zum Handelsstart rund zwei Prozent.

wal/AFP/dpa-AFX