Offensive Raider kauft sich bei Commerzbank ein
Frankfurt am Main - Seit Wochen hat WCM für wilde Spekulationen gesorgt. Mehrfach kündigte Vorstandschef Roland Flach an, demnächst ein bedeutendes Unternehmen aus dem Dax 100 ins Visier zu nehmen. Eine Zeit lang war spekuliert worden, WCM wolle beim Industrieriesen ThyssenKrupp die Kontrolle übernehmen und die Einzelteile des Unternehmens Gewinn bringend verkaufen.
Nun hat das Rätselraten über Flachs und Ehlerdings Ziele vorerst ein Ende. Die Beteiligungsgesellschaft teilte am Montag ad hoc mit, sie habe ihre Beteiligung an der Commerzbank von einem Prozent auf einen Stimmrechtsanteil von 5,5 Prozent erhöht. Langfristig sei geplant, den Anteil auf knapp unter 10 Prozent zu erhöhen. Neben WCM hält die Familie Ehlerding weitere Anteile an der Commerzbank.
Die Commerzbank äußerste sich zunächst positiv zum WCM-Einstieg: Er stabilisiere die Besitzverhältnisse. Die Commerzbank verfüge nun über drei Großaktionäre, sagte ein Sprecher, dazu gehören die Münchener Rück und die Assicurazioni Generali. Wie der Bankensprecher weiter sagte, war die Commerzbank vorab informiert.
Auch die Ad-hoc-Mitteilung von WCM ließ keine feindliche Absicht des Zukaufes erkennen. Man unterstütze den Vorstand der Bank, teilte WCM mit. Offenbar beabsichtigt die Gesellschaft, den Wert des Aktienpaketes zu steigern und es später Gewinn bringend weiter zu verkaufen. Man halte die Bank für unterbewertet, hieß es im Anhang der Ad hoc. Für diese Unterbewertung gebe es keinen rationalen Grund. Eine WCM-Sprecherin sagte, eine Komplettübernahme sei nicht beabsichtigt.
In der WCM-Mitteilung heißt es weiter, die Bank werde sich von ihrer momentanen Ergebnisschwäche wieder erholen. Die derzeitige strategische und operative Planung des derzeitigen Vorstandes seien eine Voraussetzung für ein Comeback. Die WCM und die Ehlerding-Familie wollten ihre Stimmrechte ausschließlich selbst wahrnehmen.
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Allerdings kann spekuliert werden, dass Ehlerding und Flach größeren Einfluss auf die Planungen der Bank nehmen wollen. Am Dienstag will WCM bei einer Pressekonferenz mitteilen, welche Ziele man mit dem Engagement verfolgt. Bis dahin dürfte die Spannung bleiben.
Nach der Bekanntgabe der Transaktion schoss der Kurs der Commerzbank-Aktie steil nach oben. Das Papier stand gegen 16.15 Uhr bei 18,56 Euro, einem Plus von 1,7 Prozent, an der Spitze der Gewinnerliste im Dax.