Offizielle Bekanntgabe: Stadler wird Audi-Chef - DER SPIEGEL
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Offizielle Bekanntgabe Stadler wird Audi-Chef

Jetzt ist es amtlich: Audi-Finanzvorstand Rupert Stadler wird neuer Chef bei der Volkswagen-Tochter - allerdings zunächst nur kommissarisch. Das allerdings habe rein formale Gründe, erklärte Audi.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ingolstadt - Stadler übernehme das Amt von Martin Winterkorn, der zum Jahreswechsel an die Spitze des Mutterkonzerns wechselt, teilte Audi   in Ingolstadt im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung mit. Sein bisheriges Ressort Finanzen und Organisation werde Stadler in Personalunion aber weiterführen. Zum Aufsichtsratsvorsitzenden ernannte das Kontrollgremium Winterkorn. Er folgt damit auch in diesem Amt dem scheidenden VW-Chef Bernd Pischetsrieder.

Der Audi-Betriebsratsvorsitzende Peter Mosch begrüßte die Wahl Stadlers, der für "die Kontinuität des Kurses der Marke Audi" stehe. Gleichzeitig kritisierte er die zunächst nur kommissarische Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden. Dieser Zusatz werde "nicht für adäquat" gehalten und lasse sich nur "durch die Gesamtsituation im VW-Konzern" erklären. Daher strebe der Betriebsrat eine "zügige Entscheidung im Sinne Herrn Stadlers, des Unternehmens und der Beschäftigten an".

Nach Angaben eines Audi-Sprechers ist Stadler eine "Lösung auf Dauer". Er fügte hinzu: "Es geht nicht um eine Interimslösung." Die kommissarische Ernennung habe formale Gründe gehabt. So solle unter anderem noch der VW-Konzernaufsichtsrat Stadler als Audi-Markengruppenchef in den VW-Vorstand berufen, sagte der Sprecher.

Zuletzt waren in den Medien Spekulationen aufgetaucht, dass Stadler möglicherweise die Nachfolge von VW-Finanzvorstand Hans-Dieter Pötsch antreten könnte. Dessen Vertrag läuft Ende 2007 aus. Der Audi-Sprecher wollte das nicht kommentieren.

Der im bayerischen Titting geborene begeistere Ausdauersportler Stadler studierte an der Augsburger Fachhochschule Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Unternehmensplanung und Controlling. Nach seinem Abschluss als Diplom-Betriebswirt ging Stadler zunächst zu einer Nürnberger Niederlassung des niederländischen Philips  -Konzerns, bevor er 1990 zu Audi kam und dort verschiedene Aufgaben im Bereich Controlling für Vertrieb und Marketing übernahm.

Nach einem Zwischenspiel als kaufmännischer Geschäftsführer der spanischen VW-Niederlassung wechselte Stadler in die Wolfsburger Konzernzentrale, wo er enger Mitarbeiter des damaligen VW-Chefs Ferdinand Piëch, der 20 Jahre seines Berufslebens in Schlüsselpositionen bei Audi verbracht hat und dabei dem VW-Tochterunternehmen zu einem technisch und sportlich gutem Image verhalf. In Branchenkreisen wird spekuliert, dass Stadler möglicherweise vor allem eine Statthalterrolle für Piëch und Winterkorn zukommen könnte.

Als neuer VW-Chef wird der als Perfektionist bekannte Winterkorn etwa die Fortsetzung seines Erfolgskurses sicher genau überwachen. Genaue Vorgaben hat er Audi ja schon gemacht. Der Autobauer strebt 2006 das elfte Rekordjahr in Folge an. 890.000 Fahrzeuge sollen an Kunden ausgeliefert werden. Winterkorn wollte den derzeit nach BMW   und Mercedes-Benz drittgrößten Oberklassehersteller der Welt bis 2015 an die Spitze der Premiumproduzenten führen. Eine Schlüsselrolle soll dabei dem chinesischen Markt zukommen, auf dem Audi seit langem die Führungsrolle in der Oberklasse innehat.

ase/AP/ddp

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