Online-Banking: Telekom verbündet sich mit Commerzbank - DER SPIEGEL
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Online-Banking Telekom verbündet sich mit Commerzbank

Mit einem Milliarden-Bündnis rüsten sich Commerzbank und Deutsche Telekom für die Wachstumssparte Internet-Banking. Für die Töchter T-Online und comdirect wurde eine Überkreuz-Beteiligung vereinbart. Im Gegenzug erwirbt die Direktbank-Tochter der Commerzbank mit einem Aktientausch Anteile an T-Online, dem führenden Online-Anbieter in Europa.
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Frankfurt am Main - T-Online werde 25 Prozent an Comdirect übernehmen. Im Gegenzug erwirbt die Direktbank Anteile an dem Onlinedienst. Der Wert der Transaktion wurde nicht genannt. "Dazu können und wollen wir noch nichts sagen", sagte T-Online-Vorstandschef Wolfgang Keuntje. Die Commerzbank, viertgrößte deutsche Privatbank, bezifferte den Wert ihrer Tochter comdirect auf fünf bis sieben Milliarden Euro. Dementsprechend wird das Volumen des Aktientauschs für beide Parteien mindestens 1,25 Milliarden Euro betragen.

Erst am Mittwoch hatte T-Online die Übernahme des französischen Online-Unternehmens Club Internet, einer 100-prozentigen Tochter des Mischkonzerns Lagardère, bekannt gegeben. Dieses Geschäft hat nach Schätzung von Branchenkennern einen Wert von mehr als 1,2 Milliarden Euro.

Damit ist der Hunger von T-Online allerdings noch lange nicht gestillt. "Bei uns ist auch künftig in punkto Übernahmen und Beteiligungen noch einiges möglich", so Keuntje. Nach dem für diesen April geplanten Börsengang der Telekom-Tochter sei für eine weitere Expansion auch eine Kapitalerhöhung nicht auszuschließen.

Die Überkreuz-Beteiligung soll noch vor dem Börsengang der comdirect bank über die Bühne gehen. Dieser ist bis Ende Juni vorgesehen. "Wir stehen erst am Anfang einer unaufhaltsamen Entwicklung hin zu Online-Dienstleistungen", sagte Commerzbank-Vorstand Norbert Käsbeck. Die weltweite Datenautobahn werde die Finanzbranche vehement und grundlegend verändern. Allenfalls noch zehn Jahre werde das Filialgeschäft bei Banken und Kunden an erster Stelle stehen. Danach dominiere das Internet. Deshalb sei die Commerzbank offen für weitere Partnerschaften. "Das Thema Finanzen ist ein wichtiger Punkt im Internet und von immer größerer Bedeutung", würdigte Keuntje die Allianz.

Dresdner Bank will Milliarden investieren

Auch die Dresdner Bank will sich mit Ausgaben in Milliardenhöhe für den Umbruch im weltweiten Kreditgewerbe fit machen. Mit dem elektronischen Handel würden sich das Firmenkundengeschäft und die Kapitalmärkte radikal wandeln, prognostizierte das Institut.

"Für die Banken bedeutet dies die größte Herausforderung seit ihres Bestehens", sagte das Dresdner-Vorstandsmitglied Bernd Fahrholz. Sein Haus habe bereits in den vergangenen beiden Jahren einen "mittleren dreistelligen" Millionenbetrag in die neuen Technologien gepumpt. Weitere Internet-Investitionen von mehr als einer Milliarde Mark sollen bald folgen.