Online-Supermarkt: Otto liefert Lebensmittel bundesweit - DER SPIEGEL
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Online-Supermarkt Otto liefert Lebensmittel bundesweit

Der Otto-Versand will seine Lebensmittellieferungen auf ganz Deutschland ausdehnen. Der letzte Online-Supermarkt, der das versucht hat, musste Konkurs .
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Hamburg - Der Lebensmittelversand, der bisher nur in Hamburg liefert, werde noch im September in das gesamte Bundesgebiet expandieren, sagte Otto-Sprecher Detlev von Livonius am Freitag in Hamburg. Die Auslieferung erfolge über die Speditionstochter Hermes, die für die neue Aufgabe nur angepasst werden müsse.

Zunächst wird der Kunde auf der Website  noch keine vollständige Produktpalette finden: Frischeprodukte wie Obst und Gemüse fehlen. "Wir wollen schrittweise vorgehen und nicht gleich in den Aufbau einer Frischekette investieren", sagte Livonius.

Otto wird rund 2000 Markenartikel anbieten, die zwei Tage nach der Bestellung beim Kunden sein sollen. Die Zustellung kostet 8,95 Mark, bei einem Bestellwert über 300 Mark ist sie kostenfrei. Regelmäßige Besteller können eine Monatsgebühr von 15 Mark bezahlen - dann reduzieren sich die Zustellungskosten je Lieferung auf 3,95 Mark.

Der Otto-Supermarkt war im Mai als Pilotprojekt in Hamburg gestartet. Die Testphase sei sehr positiv verlaufen, sagte Livonius. Deshalb fühle man sich bereit für den bundesweiten Auftritt. Andere Supermarktketten sind bisher vorsichtig: Spars Internet-Ableger Einkauf24 ist genauso wie Karstadt, Kaufhof oder Kaiser's nur in Ballungszentren aktiv.

: Den ersten Online-Supermarkt, der bundesweit lieferte, hatte die Direktkauf AG bereits 1998 gestartet. Für 2001 war der Break-even geplant. Als der Börsenkurs jedoch einbrach, zogen sich die skandinavischen Investoren zurück: Im Mai musste die Direktkauf AG Konkurs .

Das Otto-Projekt muss keine Investoren fürchten, hinter ihm steht die Otto-Handelsgruppe, die mit einem Umsatz von mehr als 40 Milliarden Mark der größte Versandhändler der Welt ist. Zudem haben die Hamburger Erfahrung im E-Commerce: Im vergangenen Geschäftsjahr setzte Otto rund 450 Millionen Mark per Internet um, davon 120 Millionen Mark in Deutschland.

Die Aussichten für Online-Supermärkte sind gut: In zehn Jahren werden zehn Prozent des Lebensmittelgesamtumsatzes übers Internet gemacht, schätzt die Unternehmensberatung Roland Berger. Europaweit würden sich dann 35 Millionen Haushalte direkt beliefern lassen.