Opec Generalsekretär warnt vor Ölkrise
Caracas - "Nach dem irakischen Ölexportstopp und den Exportschwierigkeiten Venezuelas könnten wir direkt in eine Ölkrise rutschen", sagte Rodriguez in einem Radiointerview. Die irakische Ankündigung einer einmonatigen Aussetzung der Ölexporte sowie die Unterbrechung von Öllieferungen aus Venezuela haben am Montag den Ölpreis in die Höhe getrieben. Der Preis der führenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im Mai stieg am Montag um 1,28 Dollar auf 27,27 Dollar je Barrel (1 Barrel = 159 Liter).
In dem venezolanischen Staatsunternehmen Petroleos de Venezuela hatten die Arbeitskämpfe zuletzt ebenfalls zu einem Stopp der Ölexporte geführt. In zwei Häfen des weltweit viertgrößten Ölexporteuers waren die Öl-Lieferungen schon am Wochenende unterbrochen worden. Die venezolanischen Ölexporte kamen am Montag fast zum Erliegen. Im Raffinerie-Komplex von Paraguana wurde nur die Hälfte der sonst 950.000 Barrel Öl pro Tag verarbeitet. Die Arbeiter protestieren damit gegen einen von der Regierung angeordneten Manager-Wechsel.
Iraks Präsident Saddam Hussein will mit dem Stopp der Ölexporte gegen das Vorgehen israelischer Truppen in den Palästinenser-Gebieten protestieren. Die Opec, die am Dienstag die Lage beraten will, maß der Ankündigung wegen des vergleichsweise geringen Anteils Iraks am internationalen Ölhandel bisher nur wenig Bedeutung bei.
Die Opec-Schwergewichte Saudi-Arabien und Kuweit haben überdies erklärt, sich einem irakischen Lieferstopp nicht anzuschließen. Saudi-Arabien, weltweit größte Ölexporteur, hat nach eigenen Angaben genügend Kapazität, auf jegliche Störung am Ölmarkt angemessen zu reagieren.