Opel Betriebsrat erwartet Streit um Sanierungsprogramm
Rüsselsheim - "Die große Prüfung steht uns noch bevor", sagte Franz gegenüber dem "Handelsblatt". Die Zusage der US-Muttergesellschaft General Motors (GM), auf Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, sei noch keine Erfolgsgarantie für die bevorstehenden Verhandlungen.
Auseinandersetzungen könne es um Kürzungen bei Sozialleistungen und bei der Umsetzung des angekündigten Kapazitätsabbaus geben. Grundsätzlich begrüßt der Arbeitnehmervertreter jedoch die Anstöße der Konzernleitung. "Das Unternehmen steht jetzt vor dem lange von uns geforderten Neubeginn", betonte Franz. Opel greife endlich die Probleme auf, auf die die Arbeitnehmervertretung über Jahre hinweg immer wieder gebetsmühlenartig hingewiesen habe.
GM hält Franz vor, das deutsche Mitbestimmungsmodell zu wenig zu akzeptieren. Erst langsam würden GM- Vertreter verstehen, dass IG Metall und Betriebsräte das Unternehmen mit ihren Vorschlägen nach vorn bringen wollten, um Arbeitsplätze zu sichern, sagte der Betriebsratschef der Zeitung.
Trotzdem knüpfen die Opel-Mitarbeiter hohe Erwartungen an den neuen Kurs des neuen Opel-Chefs Carl-Peter Forster. Unter der neuen Führung werde Opel im GM-Verbund wieder unabhängiger agieren können, so die Hoffnung.
Forster will Opel mit Hilfe von "Olympia" wieder in die schwarzen Zahlen führen. Im vergangenen Jahr schrieb die deutsche Tochter von GM einen Rekordverlust in Höhe von fast 900 Millionen Mark. Das Sanierungsprogramm sieht europaweit eine Kürzung von rund 15 Prozent der Produktionskapazität vor. Das entspricht rund 350.000 Autos.