Opel: "Die Produktion steht still" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Opel "Die Produktion steht still"

Nach ersten Demonstrationen hat sich die Situation in den Opel-Werken verschärft. In Bochum haben mehr als 3000 Beschäftigte aus Sorge um ihre Jobs die Arbeit niedergelegt. Sie befürchten eine Zerschlagung des Konzerns.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bochum - "Die Produktion steht still", sagte ein Werkssprecher. Der Bau von täglich rund 1500 Fahrzeugen der Typen Astra und Zafira wurde lahm gelegt. Hintergrund der Aktionen sind nach Angaben des Betriebsrates Befürchtungen über mögliche Stellenstreichungen und die Angst vor einer Zerschlagung des Unternehmens bei dem geplanten Zusammengehen von Opel-Mutter General Motors und Fiat.

In einer Stellungnahme bezeichnete die Opel-Geschäftsleitung die Arbeitsniederlegungen als "unangemessen". Das Unternehmen habe im Rahmen seiner Möglichkeiten informiert und den Gesamtbetriebsrat zu Verhandlungen über alle offenen Fragen eingeladen.

Der Präsident von General Motors Europa, Michael Burns, hatte zuvor Spekulationen zu einer beabsichtigten Zerschlagung von Opel zurückgewiesen. Erste konkrete Entscheidungen zu der zwischen der Opel-Muttergesellschaft General Motors und dem Fiat-Konzern vereinbarten strategischen Allianz seien erst in den kommenden Wochen zu erwarten, hieß es in einer am Mittwoch von dem Unternehmen verbreiteten Mitteilung.

Am Morgen hatten zunächst die Beschäftigten der Frühschicht die Arbeit niedergelegt. Am Nachmittag schloss sich auch die Spätschicht dem Ausstand an. Auch im Dieselmotorenwerk in Kaiserslautern ruhte die Arbeit nach Unternehmensangaben für eine Stunde. Nach Befürchtungen des Bochumer Opel-Betriebsratschefs Peter Jaszczyk sollen in der Revierstadt neben schon bekannten Arbeitsplatzkürzungen zusätzlich 800 Stellen gestrichen werden.