Opel: Gewerkschaft spricht wieder von Warnstreik - DER SPIEGEL
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Opel Gewerkschaft spricht wieder von Warnstreik

Je nach Blickwinkel ergibt sich ein ganz unterschiedliches Bild: Gestern noch sprachen die Arbeitgeber beim Rüsselsheimer Autobauer Opel von einer baldigen Entscheidung bei den Sanierungsverhandlungen, heute beschweren sich die Gewerkschaften über die Hartleibigkeit der Manager. Sogar von Warnstreiks ist wieder die Rede.
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Berlin/Bochum - "Wir können neue Protestaktionen nicht ausschließen", sagte der erste Bevollmächtigte der IG Metall in Bochum, Ludger Hinse, der "Berliner Zeitung". "Wenn das Management uns keine andere Wahl lassen sollte, müssen wir uns etwas einfallen lassen", betonte er. Zuvor hatte bereits Opel-Betriebsratschef Klaus Franz weitere Proteste nicht mehr ausgeschlossen. Hinse betonte allerdings, aktuell seien noch keine Maßnahmen geplant.

Die IG Metall beklagte eine zu kompromisslose Linie der Unternehmensspitze. "Das Management gibt sich ziemlich hartleibig", sagte Hinse. "Die haben ihre Vorgaben aus Detroit, und daran halten sie sich." Er unterstrich, die Verhinderung von betriebsbedingten Kündigungen müsse bei den Verhandlungen absolute Priorität haben. Um Arbeitsplätze zu erhalten, werde man verschiedene Wege gehen müssen. "Eine wichtige Rolle werden Joint Ventures mit Zulieferern und auch Beschäftigungsgesellschaften spielen", sagte Hinse.

Opel-Management und Arbeitnehmervertreter verhandeln seit mehreren Wochen über die Sicherung von Arbeitsplätzen bei dem in einer Absatz- und Finanzkrise steckenden Autohersteller. Der Mutterkonzern General Motors hatte zuvor einen Sanierungsplan für seine europäischen Tochtergesellschaften vorgelegt, wonach allein bei Opel 10.000 Stellen wegfallen sollen.